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Neuer Deutsche-Börse-Chef will keine Extra-Vergütung

dpa-AFX

Fixgehalt

Neuer Deutsche-Börse-Chef will keine Extra-Vergütung

Frankfurt/Main (dpa) - Nach den Turbulenzen um die Bezahlung des ehemaligen Deutsche-Börse-Chefs Carsten Kengeter verzichtet dessen Nachfolger auf ein umstrittenes Vergütungsprogramm.

«Ich will kein Extra-Programm haben», sagte der seit Jahresbeginn amtierende Theodor Weimer in Frankfurt. Das habe er von Anfang an gegenüber dem Aufsichtsrat klargemacht. «Die Diskussion um meine Vergütung hat keine zehn Minuten gedauert.»

Für Kengeter hatte sich ein speziell für ihn geschnürtes Vergütungsprogramm als Bumerang erwiesen. Es rief die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf den Plan, die seit Monaten wegen möglichen Insiderhandels ermittelt. Kengeter hatte Mitte Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro 60 000 Deutsche-Börse-Aktien gekauft. Der Konzern packte 69 000 weitere Anteilsscheine obendrauf. Gut zwei Monate danach machten die Deutsche und die Londoner Börse ihren Fusionsplan öffentlich, was die Kurse trieb. Letztlich scheiterte der Zusammenschluss, Kengeter musste zum Jahreswechsel gehen.

«Ich verdiene 1,5 Millionen Euro Fixgehalt», sagte der von der HypoVereinsbank gekommene Weimer. Das ist genauso viel wie sein Vorgänger erhalten hatte. Dazu kommt eine variable Vergütung, die Weimer nicht weiter aufschlüsselte. Auch der aktuelle Deutsche-Börse-Chef kündigte Aktienkäufe an: Er werde binnen drei Jahren für jeweils 1,5 Millionen Euro zukaufen - und zwar an festgelegten Tagen im Juni. Die Abwicklung laufe über einen externen Dienstleister. «Da habe ich nichts mit zu tun.»

Für das vergangene Jahr muss sich der gesamte Vorstand nach den Worten von Finanzchef Gregor Pottmeyer auf Gehaltseinschnitte einstellen, weil der Konzern seine Ziele nicht erreicht hatte. «Der Bonus wird deutlich unter dem des letzten Jahres liegen.» Die «Süddeutsche Zeitung» hatte berichtet, dass Kengeter sich mit dem Aufsichtsrat über die Bonushöhe streitet. Nach den Ausführungen des Finanzvorstands vertritt die Deutsche Börse die Auffassung, dass das Sonderprogramm nur zu drei Fünfteln ausgezahlt werden muss, weil der Konzernchef vorzeitig gegangen ist. «Die Details werden zwischen Aufsichtsrat und Herrn Kengeter besprochen», sagte Pottmeyer.

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