Niedrigere Ökostromumlage dämpft Energiekosten

Reuters

Düsseldorf (Reuters) - Nach der Preisexplosion bei den Energiekosten können die Verbraucher dank der Senkung der Ökostrom-Umlage auf eine Entlastung hoffen.

Im kommenden Jahr werde die sogenannte EEG-Umlage auf 3,723 Cent je Kilowattstunde sinken von derzeit 6,5 Cent, wie die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, 50Hertz, TransnetBW und Tennet am Freitag berichteten. Sie bestätigten damit Meldungen der Nachrichtenagentur Reuters vom Donnerstag. Zu der Senkung habe auch ein staatlicher Zuschuss von 3,25 Milliarden Euro beigetragen. Mit der Umlage soll der Ausbau der Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne vorangetrieben werden. Die Gesamtfördersumme bezifferten die Netzbetreiber für 2022 auf 22,8 Milliarden Euro.

Durch die Senkung könnte nach Berechnungen des Vergleichportals Verivox ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden um rund 132 Euro entlastet werden. Ob dies bei den Kunden auch ankommt, ist ungewiss. Experten verweisen darauf, dass gleichzeitig die Beschaffungskosten und die Kosten für den Netzausbau steigen. "Wenn von der neuen Bundesregierung keine deutlichen Impulse wie beispielsweise die Abschaffung der EEG-Umlage kommen, werden die deutschen Haushalte weiterhin die weltweit höchsten Strompreise bezahlen", sagte Verivox-Energie-Experte Thorsten Storck.

Den Netzbetreibern zufolge ist der wichtigste Grund für die Senkung das hohe Niveau der Börsenstrompreise. Denn die EEG-Umlage gleicht die Differenz zwischen den garantierten, höheren Abnahmepreisen für Solar- und Windparks und den Tarifen an der Börse aus. Da die Strompreise dort derzeit auf Rekordhoch sind, ist die auszugleichende Differenz klein. Dies allein hätte bereits zu einer Senkung der Umlage auf 4,3 Cent geführt. Der staatliche Zuschuss verringert den Aufschlag noch weiter.

Die zuletzt rasant gestiegenen Sprit-, Gas- und Strompreise kurz vor dem Wintereinbruch haben europaweit die Regierungen alarmiert. Der Wirtschaftsaufschwung nach der Corona-Krise und geleerte Gas-Speicher nach einem strengen Winter hatten die Preise getrieben. Der Gas-Preis hat zudem einen erheblichen Einfluss auf die Strompreise.

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