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Nord- und Südkorea vereinbaren Treffen getrennter Familien

Reuters

Seoul (Reuters) - Nord- und Südkorea planen zum ersten Mal seit drei Jahren wieder Zusammenkünfte von Familien, die durch den Krieg auf der Halbinsel vor Jahrzehnten auseinandergerissen wurden.

Für insgesamt rund 200 ausgewählte Personen aus dem Süden und dem Norden würden solche Begegnungen in der Zeit vom 20. bis 26. August vom Roten Kreuz arrangiert, kündigten Delegationen beider Seiten nach Verhandlungen am Freitag an. Die geplanten Zusammenkünfte gehören zu Maßnahmen, die der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und der südkoreanische Präsident Moon Jae In jüngst zur Verbesserung der Beziehungen in Aussicht gestellt hatten. Die Zeit drängt, weil viele der durch den Korea-Krieg getrennten Verwandten inzwischen über 80 Jahre alt sind.

Vertreter aus Pjöngjang und Seoul hatten in Nordkorea über die Familienzusammenführungen beraten. Die Treffen waren im Zusammenhang mit einem gemeinsamen Feiertag des Nordens und des Südens am 15. August anvisiert worden. Unklar blieb zunächst, ob der Norden an seinen Vorbedingungen festhielt. So verlangte die Führung in Pjöngjang bisher die Auslieferung von zwölf Nordkoreanerinnen, die sich 2016 über China nach Südkorea abgesetzt hatten. Noch im Mai drang das nordkoreanische Rote Kreuz in Südkorea auf eine Rückführung der Frauen.

Zuletzt hatte es 2015 Begegnungen getrennter Verwandter gegeben. Als die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nach Raketen- und Atomtests des Nordens zunahmen, blieben solche Treffen aus. Das politische Tauwetter auch nach dem Treffen Kims mit US-Präsident Donald Trump gab nun den Ausschlag für die neuen Bemühungen. Allerdings waren bis zum März bereits 56 Prozent der gut 130.000 südkoreanischen Bewerber für solche Treffen gestorben, wie das Hyundai-Forschungsinstitut mitteilte. Dagegen bekamen demnach seit 2000 knapp 24.000 Koreaner beider Seiten die Gelegenheit, ihre Verwandten zu sehen oder mit ihnen über Video-Konferenzen in Verbindung zu treten.

Frühere Zusammenkünfte wurden oft im Fernsehen übertragen. Da die Familien nur vorübergehend zusammengeführt werden, endeten die Begegnungen oft tränenreich. Der Korea-Krieg ging 1953 nur mit einem Waffenstillstand zu Ende, womit der Norden und der Süden formal weiter im Kriegszustand sind. Dieser soll bis Ende des Jahres durch einen Friedensvertrag beendet werden.

Seit der ersten Begegnungen von Verwandten 1985 gab es ungefähr 20 solcher Treffen. Südkorea hatte immer wieder darauf gedrungen und das hochemotionale Thema damit am Laufen gehalten.

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