Notruf der Reeder - Tilgung von Schiffskrediten wird Problem

Reuters

Hamburg (Reuters) - Die deutschen Reedereien kommen wegen der Coronavirus-Pandemie und den dadurch weltweit wegbrechenden Verkehren zunehmend in schwere See.

Notruf der Reeder - Tilgung von Schiffskrediten wird Problem

Für eine genaue Prognose der wirtschaftlichen Folgen sei es zwar noch zu früh, zumal sich die Lage fast jeden Tag ändere, teilte der Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg mit. "Für einige Unternehmen wird allerdings schon jetzt absehbar die Tilgung von Schiffskrediten zum Problem werden", warnte Verbandspräsident Alfred Hartmann am Donnerstag. Es sei nachvollziehbar, dass die Banken diese Zahlungen derzeit nicht ohne Weiteres aussetzen könnten. Deshalb wäre es sehr wichtig, etwa über die staatliche Förderbank KfW einen Mechanismus zu finden, um dies aufzufangen, regte Hartmann an.

Besonders stark sind laut VDR die Fährreedereien zu den Inseln in Nord- und Ostsee betroffen, die wegen ausbleibender Passagiere unter den staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus zu leiden haben. Unternehmen, deren Geschäft besonders personalintensiv sei, hätten deshalb weite Teile ihre Belegschaften in Kurzarbeit geschickt. Noch dramatischer sei die Lage bei Ausflugschiffen, deren Geschäft ganz ruhe. Einigen dieser meist kleineren Reedereien drohten schon in den nächsten Wochen ernste Liquiditätsprobleme, warnte Hartmann.

In der Kreuzschifffahrt seien die Auswirkungen des Covid-19-Virus ebenfalls schwerwiegend. Weltweit längen derzeit fast alle dieser Schiffe vor Anker, darunter auch die von deutschen Unternehmen. Die wirtschaftlichen Folgen dürften sich vollständig erst in den kommenden Monaten zeigen. "Es ist aber zu befürchten, dass das Ausmaß auch für einzelne Kreuzfahrtreedereien trotz guten Geschäfts in den vergangenen Jahren durchaus ernst sein kann."

CHARTERRATEN SINKEN

Dagegen stabilisiere sich die Lage in der internationalen Handelsschifffahrt dadurch etwas, dass die Produktion von Exportgütern in China wieder anlaufe. "Besonders für deutsche Unternehmen wird aber in den kommenden Wochen und Monaten sicher zu spüren sein, dass die Tonnagenachfrage bei der Vercharterung von Containerschiffen spürbar sinken wird", erklärte der VDR-Präsident. Noch stärker dürfen die Charterraten fallen, von denen gerade deutsche Reedereien abhängig seien. Viele Containerschiffe seien bereits außer Betrieb genommen, Tendenz steigend.

Containerschiffe, aber auch Bulker- und Tankschiffe, hätten außerdem mit Restriktionen zu kämpfen, die weltweit von immer mehr Häfen erlassen würden. So erschwere etwa die 14-tägige Quarantäne, bevor ein Schiff in einem Hafen festmachen kann, den Austausch der Mannschaften nach teils monatelangem Einsatz an Bord. Allein dieses Problem betreffe 100.000 Seefahrer weltweit pro Monat, erklärte der Reederverband.

Kurs zu ANKER N.V. Aktie

  • n.a.
  • n.a.
n.a., n.a.,

Weitere Werte aus dem Artikel

DAX 10.356,70 Pkt.+2,79%
Hang Seng 24.239,44 Pkt.+2,10%

onvista Analyzer zu ANKER N.V.

Für diesen Zeitraum wurden keine Analysen gefunden.
Weitere Reuters-News
alle Artikel anzeigen

Derivate-Wissen

Sie möchten die Aktie günstiger erwerben?

Mit Discount-Zertifikaten können Sie die Aktie zu einem niedrigeren Preis erwerben.

Erfahren Sie mehr zu Discount-Zertifikaten