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NRW-Regierung stützt Hiesinger bei Thyssen/Tata-Fusion

Reuters

Düsseldorf (Reuters) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger im Streit um die geplante Stahlfusion mit Tata Steel den Rücken gestärkt.

"Wir haben mit der möglichen Fusion mit Tata die Chance, mit einem starken Partner in Europa zusammengehen zu können", sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Ein Zusammenschluss der Unternehmen biete viele Vorteile. So ergänzten sich die Standorte, wodurch auch hierzulande die Werke besser ausgelastet würden. "Das würde den Markt erweitern und insgesamt einen starken zweiten großen Player in Europa möglich machen."

Die Pläne Hiesingers seien eine durchaus zukunftsträchtige Möglichkeit, sagte der Minister. "Natürlich sollten wir auch Alternativen prüfen, aber konkret geworden sind sie leider nicht." Eine Fusion zwischen Thyssenkrupp Steel und Salzgitter mache Fachleuten zufolge kaum Sinn. Zwei Drittel der Kapazitäten wären in Nordrhein-Westfalen, ein Drittel wären in Niedersachsen. "Das heißt die Konsolidierungslasten wären zu zwei Dritteln in Nordrhein-Westfalen."

Thyssenkrupp-Chef Hiesinger treibt die Pläne für eine Fusion der Stahlsparte mit Tata seit anderthalb Jahren voran. Am 24. September soll der Aufsichtsrat darüber beraten. IG Metall und Arbeitnehmervertreter laufen gegen die Pläne Sturm und planen am 22. September eine Demonstration in Bochum. Sie befürchten, dass in Deutschland zahlreiche Stellen gestrichen und Standorte geschlossen werden. Die Sparte beschäftigt 27.000 Mitarbeiter.

Die SPD brachte am Mittwoch im NRW-Landtag einen Antrag ein, wonach die Landesregierung sich gegenüber der Thyssenkrupp-Führung für einen Stopp der Fusionsverhandlungen stark machen sollte. Stattdessen sollten andere Möglichkeiten wie eine "Deutsche Stahl AG", eine Stiftungslösung oder andere Formen der Zusammenarbeit der deutschen Stahlproduzenten geprüft werden. SPD und Grüne stimmten für den Antrag, der jedoch mit den Stimmen der CDU, FDP und AFD abgelehnt wurde. Stattdessen brachte die Koalition aus CDU und FDP einen Antrag durch, wonach es sich bei den Fusionsplänen um eine unternehmerische Entscheidung handele, auf die die Landespolitik nur bedingt Einfluss nehmen könne und sollte.

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