Ökonomen-Stimmen zum Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas

dpa-AFX

MÜNCHEN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Stimmung deutscher Unternehmen hat sich nach einem historischen Einbruch wegen der Corona-Krise etwas aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg im Mai um 5,3 Punkte auf 79,5 Zähler. Der Anstieg erfolgte von einem Rekordtief aus und war ein wenig stärker als erwartet. Das sagen Experten zu den Ifo-Daten:

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg

"Das war so in etwa zu erwarten gewesen: Der Mai stand im Zeichen der Lockerungen. Das hat sich deutlich positiv auf die Erwartungen ausgewirkt. Dafür ist die Lage nochmals gesunken, aber eben nur leicht. Jetzt sieht es so aus, als bekämen wir wieder Boden unter die Füße. Für Optimismus ist es natürlich viel zu früh. Ich erinnere nur an die Verheerungen am Arbeitsmarkt. Aber wenigstens haben wir jetzt erst einmal eine Art stabile Seitenlage erreicht, in der die Maßnahmen zur Wiederbelebung der Konjunktur greifen dürften."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP-Bank

"Die Unternehmen zeigen wieder Lebenszeichen, doch von Vitalität kann keine Rede sein. Die deutsche Wirtschaft wird nicht so schnell auf den Wachstumspfad einschwenken, auf dem sie sich in den vergangenen Jahren befand. Aus der Corona-Krise erwuchs ein immenser Vertrauensverlust. Unternehmen und private Haushalten wissen nicht, wie es in den kommenden Monaten weitergeht. Investitionen und größere Anschaffungen werden zurückgestellt."

Ulrich Wortberg, Analyst der Landesbank Hessen-Thüringen

"Zwar gibt es die Hoffnung, dass die Wirtschaft das Tief hinter sich gelassen hat, von einer Rückkehr zur Normalität kann allerdings noch nicht gesprochen werden. Das Stimmungsniveau ist weiterhin sehr niedrig."

Jörg Zeuner, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Union Investment

"Die Konjunkturerwartungen, die für die Finanzmärkte entscheidende Komponente, haben nach dem Rekordtief im April ihren Tiefpunkt wohl durchschritten. Die Verbesserung resultiert auch aus den Erfolgen der Eindämmungsmaßnahmen gegen die Pandemieausbreitung sowie der verfolgten Exitstrategie. So sind bei einem möglichen Wiederaufflammen der Infektionsraten nur regionale und keine flächendeckenden Gegenmaßnahmen geplant. Dadurch hat sich die mit der Pandemie verbundene enorme Unsicherheit für die Unternehmen leicht verringert, was mehr Raum für Zuversicht lässt."

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank

"Die Lockerung der Corona-Beschränkungen hat in der deutschen Wirtschaft für ein Aufatmen gesorgt. (...) Der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Aktivität liegt hinter uns; es geht seit Ende April wieder bergauf. Im Mai oder Juni könnte die Industrieproduktion alleine deshalb merklich anziehen, weil die Autobauer ihre Produktion nach dem zwischenzeitlich Einstellen wieder aufgenommen haben. Aber nach dieser reflexhaften Erholung dürfte es langsamer bergauf gehen, als es vorher runtergegangen ist; wir rechnen nicht mit einer V-förmigen Erholung."/la/jsl/jha/

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