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Öl weekly: „Trump-Tweet“ zur Förderausweitung Saudi-Arabiens lässt Märkte unbeeindruckt. Investment-Case für Rohstoffe so stark wie lange nicht mehr

HSH NORDBANK
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Die Ölpreise haben sich zuletzt bei etwa 78 US-Dollar/Barrel gefestigt, nachdem sich die OPEC-Staaten auf ihrem halbjährlichen Treffen am 22.06. auf eine Anhebung der Fördermenge ab dem 01.07. um 1 Mio. Barrel/Tag im Vergleich zum Produktionsniveau im Mai dieses Jahres verständigt haben. Allerdings gilt es abzuwarten, ob es das Kartell tatsächlich schaffen kann, die Fördermenge derart kräftig auszuweiten. Denn unabhängig von der Ankündigung sind die unmittelbar frei verfügbaren Kapazitäten der Mitgliedsländer beschränkt. Wir schätzen, dass die unmittelbar frei verfügbaren Kapazitäten Saudi-Arabiens und Russlands derzeit bei zusammen etwa 900 Tsd. Barrel/Tag liegen. Die von Kuwait und den V.A.E. sowie Irak dürften etwa 300 Tsd. Barrel/Tag betragen. Die gesamten freien (und nachhaltigen) Produktionskapazitäten liegen dagegen deutlich höher. Diese dürften für die Kern-OPEC-Staaten und Russland bei 3,8 Mio. Barrel/Tag liegen und könnten über einen Zeitraum von etwa 4-6 Monaten zur Verfügung stehen – dies ist im historischen Vergleich beunruhigend niedrig. Dies ist deshalb kritisch, da die Förderländer jedes Jahr aufgrund natürlicher Verfallsraten etwa 1,5 Mio. Barrel/Tag an Förderkapazitäten ersetzen müssen. Dazu war zuletzt nur Saudi-Arabien in der Lage. Angesichts dessen schien der Markt unbeeindruckt von der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump via Twitter, dass dieser vom saudi-arabischen König bin Salman in einem Gespräch die Zusage über eine Förderausweitung des Königreichs um 2 Mio. Barrel/Tag erhalten habe. Damit sollen die „Unruhen und Störungen in Venezuela und Iran“ ausgeglichen werden. Bestätigt wurden diese Aussagen weder von Offiziellen des Weißen Hauses noch von saudischer Seite. Es wurde lediglich bestätigt, dass das Land über freie Förderkapazitäten von etwa 2 Mio. Barrel/Tag verfüge. Sollte es jedoch zu dem höchst unwahrscheinlichen Falle kommen, dass Saudi-Arabien dem Druck Donald Trumps nicht standhalten kann und es tatsächlich zu einer vollständigen Ausschöpfung der Förderkapazitäten käme, wäre lediglich mit einer kurzfristigen Entlastung zu rechnen. Nach wenigen Handelssitzungen dürfte es jedoch zu Preisanstiegen über das zuvor gesehene Niveau kommen, denn dann dürften am Markt die Sorgen aufkommen, dass die Förderländer nicht mehr über ausreichend Reservekapazitäten verfügen, um eventuelle Produktionsausfälle, wie beispielsweise 2011 in Libyen, kompensieren zu können. Diese nahmen zuletzt, ausgehend von einem Fünf-Jahrestief, sichtbar zu.

Derweil ist der Investment-Fall für Rohstoffe, insbesondere Öl, so stark wie in vielen Jahren nicht mehr. Ein Investment in Rohstoffe (gemessen am S&P GSCI) lieferte mit rund 10 % die höchste ytd-Rendite im Vergleich zu allen anderen Asset-Klassen. Auch gemessen an der Sharpe-Ratio – ein risikoadjustiertes Maß zur Messung einer Investment-Performance – kam es in den vergangenen Monaten zu einer deutlichen Outperformance von Rohstoffen. So stieg der Sharp-Quotient von Januar bis Ende Juni von 0,31 auf 2,04, während der Quotient für Aktien, gemessen am S&P 500, von 2,8 auf 0,9 zurückging. Wir bekräftigen daher unsere Sicht, dass es in der Spätphase des Konjunkturzyklus zu einer sichtbaren Outperformance von Rohstoffen kommt.


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