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Ölpreis-Schock sorgt für Turbulenzen am Markt – Was genau passiert ist und welche Auswirkungen es hat

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Ölpreis-Schock sorgt für Turbulenzen am Markt – Was genau passiert ist und welche Auswirkungen es hat

Am frühen Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Churais und Abkaik erschüttert. Experten sehen in der Drohnenattacke einen Angriff auf das Zentrum der saudischen Ölindustrie. Nach Angaben von Saudi Aramco ist der Komplex die größte Raffinerie des Landes und die größte Rohölstabilisierungsanlage der Welt. Ein Militärsprecher der Huthis hatte den Angriff mit zehn Drohnen als „legitime Antwort“ auf die anhaltende Militärkampagne Saudi-Arabiens im Jemen bezeichnet. Das arabische Königreich führt im Jemen eine von den USA unterstützte Militärkoalition an, die gegen die Huthis kämpft. Diese werden wiederum vom Iran unterstützt.

Betroffen von dem Anschlag ist eine Tagesproduktion von etwa 5,7 Millionen Barrel. Das entspricht rund fünf Prozent des weltweiten Angebots an Erdöl. Der Wegfall gilt als einer der größten abrupten Ausfälle aller Zeiten.

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Nach dem Drohnenangriff sind die Ölpreise am Montag stark gestiegen. In den ersten Handelsminuten stiegen die Rohölpreise zunächst massiv um bis zu zwanzig Prozent. Am Morgen kosteten die beiden wichtigsten Ölsorten der Welt dann rund zehn Prozent mehr als am Freitag. Am Markt war die Rede von erhöhten Risikoaufschlägen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 66,54 US-Dollar. Das waren 6,32 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 5,29 Dollar auf 60,14 Dollar. In der Spitze hatten die Rohölpreise ein Viermonatshoch erreicht.

USA: Angriffe kamen aus Irak oder Iran

Die USA sehen den Ursprung der Angriffe eher aus dem Iran oder Irak und nicht aus dem Jemen kommend. Auf Satellitenaufnahmen seien mindestens 17 Einschläge zu erkennen und diese seien durch Angriffe aus nördlicher oder nordwestlicher Richtung verursacht worden, berichtete die „The New York Times“ am Sonntag (Ortszeit) nach einem Hintergrundgespräch mit US-Regierungsbeamten. Dies passe eher zu Angriffen aus dem nördlichen Persischen Golf, also dem Irak oder Iran, als zu Angriffen aus dem südlich von Saudi-Arabien gelegenen Jemen.

Außerdem deute die Kombination aus vielen Drohnen und Raketen auf einen Grad an Umfang, Präzision und Finesse hin, der über die Fähigkeiten der Huthi-Rebellen allein hinausgehe, zitierte das Blatt einen US-Regierungsbeamten. US-Außenminister Mike Pompeo hat den Iran direkt für die Angriffe verantwortlich gemacht. Die Führung in Teheran bestreitet vehement jede Tatbeteiligung. Saudi-Arabien bezeichnete die Angriffe als „Terrorakt“, hat aber den Iran bislang nicht direkt beschuldigt.

US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag den Verantwortlichen für die Angriffe Vergeltung angedroht. Er machte jedoch keine direkten, sondern nur vage Angaben dazu, wen die USA für den Urheber halten. Trump schrieb auf Twitter: „Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen.“ Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen diese für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle.

Öl-Aktien werden ordentlich durchgeschüttelt

Der starke Ölpreisanstieg hat am Montag für starke Bewegungen an Europas Börsen gesorgt. Während der Öl- und Gassektor mit einem Gewinn von 2,4 Prozent vom Angriff auf die größte saudi-arabische Ölraffinerie profitierte, geriet der stark vom Ölpreis abhängige Luftfahrt- und Reisesektor mit einem Abschlag von 1 Prozent unter Druck.

Im Stoxx Europe 50 Index lagen mit BP, Royal Dutch Shell, Eni und Total vier Energietitel auf den ersten vier Plätzen. Die Gewinne reichten von 2,1 bis zu 3,5 Prozent. Gesucht waren auch die Papiere der Ausrüster der Öl- und Gasbranche. So verteuerten sich beispielsweise Technipfmc um 3,5 Prozent und Saipem um 2 Prozent.

Die Kurse der Fluggesellschaften gerieten dagegen unter Druck: Die Einbußen reichten von 2,3 Prozent für Easyjet über 2,9 Prozent bei IAG bis zu 3,3 Prozent für Air France-KLM. Die Lufthansa-Aktie lag 2,6 Prozent im Minus.

Nach Aussage von Jim Reid von der Deutschen Bank war der Anstieg des Terminkontrakts auf die Ölsorte Brent unmittelbar nach den Agriffen auf die Raffinerie der stärkste seit der Auflage des Futures 1988. Der Angriff selbst sei die größte Störung der Ölproduktion überhaupt und stelle sogar noch die Unterbrechung der Förderung in Kuwait und dem Irak nach dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait im August 1990 in den Schatten.

Saudi Aramco IPO

Viele Experten sagen, dass der derzeitige Ölpreis zu niedrig ist und dem Börsengang von Saudi Aramco im Weg stehen könnte. Bemühungen, den Ölpreis in die Höhe zu treiben, sind seit längerem zu erkennen. Wie CNN berichtet, wurde jetzt am Wochenende zum dritten Mal in etwas mehr als drei Jahren einen neuer Ölminister eingesetzt. „Die Saudis sind unweigerlich frustriert. Sie haben alles getan, um die Preise anzuheben“, sagte Ryan Fitzmaurice, Energiestratege bei der Rabobank.

Abdulaziz, der über umfassende Erfahrung im Ministerium verfügt, ersetzt Khalid al-Falih, den Chefarchitekten der Bemühungen Saudi-Arabiens, den Ölmarkt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Al-Falih organisierte eine Vereinbarung zwischen der OPEC und anderen großen Ölproduzenten wie Russland, um die Produktion zu drosseln.

Ein langfristiger Öl-Preis über 80 US-Dollar ist essenziell für Saudi Arabien, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. „Sie brauchen eindeutig hohe Preise für den Börsengang und auf finanzieller Basis, um militärische Pläne und soziale Programme zu unterstützen“, sagte Michael Tran, Leiter der globalen Energiestrategie bei RBC Capital Markets gegenüber CNN. „Das ganze Land ist mit dem Ölpreis verflochten.“

Sogesehen könnte der gestiegene Ölpreis, sollte er weiter steigen und der Konflikt weiter eskalieren, den Börsengang von Saudi Aramco vorantreiben, der bis jetzt immer wieder hinausgezögert worden ist.

Auswirkungen auf Verbraucher bisher begrenzt

Als entscheidend für die weitere Ölpreisentwicklung sehen Fachleute an, wie schnell es Saudi-Arabien gelingt, die ausgefallene Produktion zumindest überwiegend wieder herzustellen. In der Zwischenzeit dürfte Saudi-Arabien auf seine zahlreichen und gut gefüllten Lagerstätten zurückgreifen. US-Präsident Donald Trump genehmigte am Wochenende die Freigabe von nationalen Ölreserven im Falle von Engpässen. Die Energieagentur IEA in Paris sieht zunächst keine Versorgungsprobleme. Vorerst seien die Märkte gut mit reichlich kommerziellen Beständen versorgt. Die Auswirkungen auf den deutschen Markt und für die deutsche Autofahrer dürften sich nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Grenzen halten.

Entscheidend für die weitere Ölpreisentwicklung dürfte auch sein, welche geopolitischen Konsequenzen sich für die ölreiche Region im persischen Golf ergeben. US-Präsident Trump drohte den Urhebern mit einem Vergeltungsschlag. US-Außenminister Mike Pompeo hatte den Iran für die Angriffe in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Saudi-Arabien und Iran sind seit langem verfeindet. Die USA betrachte die Saudis als Partner in der Golfregion, während sie mit Iran wegen dessen Atomprogramm im Clinch liegen.

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: Robert Lucian Crusitu / Shutterstock.com

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