Österreichs führende Wirtschaftsforscher erwarten Rezession

Reuters

Wien (Reuters) - Österreichs führende Wirtschaftsforschungsinstitute befürchten wegen der Coronavirus-Pandemie einen schweren Konjunktureinbruch in diesem Jahr.

Österreichs führende Wirtschaftsforscher erwarten Rezession

Das Institut für Höhere Studien (IHS) rechnet mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mindestens zwei Prozent, das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) geht von einem Minus von 2,5 Prozent aus, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Prognosen hervorgeht.

Beide Institute räumten allerdings ein, dass das genaue Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden derzeit nur schwer beziffert werden könne. Wie schwer der Konjunktureinbruch sein werde, hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie und von den wirtschaftspolitischen und gesundheitspolitischen Maßnahmen sowie deren Wirksamkeit ab. Im Dezember hatten die Konjunkturforscher für 2020 noch ein Wirtschaftswachstum von 1,2 bis 1,3 Prozent prognostiziert.

Wifo-Chef Christoph Badelt bezeichnete einen Rückgang um 2,5 als den "günstigsten Fall, mit dem wir rechnen können". Die Prognose beruhe darauf, dass die Maßnahmen der Regierung bis Ende April in Kraft blieben, im Mai allmählich wieder aufgehoben würden und sich die Lage im Sommer normalisiere. Wenn die Maßnahmen zur Virus-Eindämmung länger als April anhielten, dann werde Österreichs Wirtschaft noch stärker schrumpfen, so die Institute. "Sollte der partielle Wirtschaftsstillstand einen Monat länger dauern, dann könnte das BIP im Jahr 2020 um rund fünf Prozent sinken", erläuterte das IHS. Wenn sich die Lage bis zum Sommer normalisiert, rechnen die Ökonomen mit einer positiven Wirtschaftsentwicklung im Herbst und im nächsten Jahr. Für 2021 wurden allerdings keine Prognosen vorgelegt.

Den Staatshaushalt sehen die Experten im laufenden Jahr durch das Hilfspaket der Regierung im Volumen von 38 Milliarden Euro schwer belastet. "Diese Maßnahmen sind notwendig, um die wirtschaftliche Entwicklung einigermaßen zu stabilisieren, belasten aber das Budget", so das IHS. Das Institut geht derzeit von einem Etatdefizit von fünf Prozent des BIP aus. Die Regierung hat angekündigt, bei einer länger dauernden Rezessionsphase weitere Mittel bereit zu stellen. Bei der Arbeitslosenquote prognostizieren beide Institute einen Anstieg um einen Prozentpunkt auf 8,4 Prozent.

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