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Österreichs Notenbank warnt vor Überhitzung am Immobilienmarkt

Reuters

Wien (Reuters) - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) warnt angesichts steigender Immobilienpreise vor einer möglichen Überhitzung des Marktes.

Da eine Preisblase nicht auszuschließen sei, prüfe die OeNB, ob Aufsichtsmaßnahmen zur Abkühlung erforderlich seien, geht aus ihrem am Montag veröffentlichten Finanzmarktstabilitätsbericht hervor. Die Entwicklung auf den Immobilienmärkten verfolge man mit erhöhter Aufmerksamkeit, teilte die Notenbank mit. Auch in Deutschland und in anderen Euro-Staaten gibt es die Sorge, dass die jahrelange Tiefzinspolitik der EZB eine Überhitzung der Immobilienmärkte zur Folge hat.

"Wir schauen uns ganz genau an, auch die Kredite für den Wohnbau. Das ist etwas, wo es noch im Moment noch keinerlei Gefahr gibt, aber etwas, was einer besonderen Obsorge bedarf", sagte OeNB-Gouverneur Robert Holzmann in einem Radiointerview mit dem ORF. Im dritten Quartal sind die Immobilienpreise um fünf Prozent über dem Vorjahr gelegen. Im Vergleich zu den Fundamentaldaten ergibt sich laut OeNB eine Überbewertung von 14 Prozent. In Wien seien es zuletzt sogar 25,9 Prozent gewesen. Der Markt in der Bundeshauptstadt umfasst knapp ein Fünftel der Bevölkerung des Landes. Einem österreichischen Immobilienanalysten zufolge ist hier zu beachten, dass in Wien etwa ein Fünftel der Menschen in Eigentumswohnungen oder Häusern leben. 80 Prozent leben in Gemeindebau, Sozialbauwohnungen oder Mietwohnungen, die an relativ stabile Bestandsmieten gekoppelt seien. "Das bedeutet von einer Immobilienblase wären 20 Prozent der Bevölkerung in Wien betroffen", sagte der Analyst.

Die Empfehlung der Notenbank an die Banken lautet weiterhin, nachhaltige Kreditvergabestandards anzuwenden. Die OeNB verweist darauf, dass Investoren angesichts der niedrigen Zinsen ihre Risikobereitschaft erhöht hätten. "Rückläufige Kreditrisiko- und Laufzeitprämien bergen die Gefahr einer verzerrten Bespreisung von Risken", warnte die OeNB. Die Institute sollten daher darauf achten, dass "sie im Falle eines möglichen Abschwungs genügend Handlungsspielraum haben." Derzeit seien die österreichischen Geldhäuser, die zum Teil stark in Osteuropa aktiv sind, aber robust aufgestellt. Sie hätten es geschafft, Erträge und die Eigenkapitalquoten zu erhöhen. "Damit sind die österreichischen Banken im europäischen System sehr gut aufgestellt", sagte Holzmann. Verbesserungen seien jedoch bei der Kostenstruktur notwendig, hieß es.

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EU-RISIKOWÄCHTER WARNEN VOR IMMOBILENBLASE

Auch in anderen europäischen Märkten gibt es Anzeichen für eine Überhitzung am Immobilienmarkt. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) rückt das Thema daher inzwischen immer stärker in den Fokus. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos verwies unlängst bei Vorstellung des jüngsten Finanzstabilitätsberichts der Euro-Notenbank auf Schätzungen, nach denen die Preise für Wohnimmobilien im Euro-Raum derzeit im Schnitt um mehr als sieben Prozent überbewertet sind. Dabei gebe es allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Euro-Ländern.

    In Deutschland waren 2018 laut Bundesbank die Preise für Wohnimmobilien um rund acht Prozent gestiegen. Vor allem die Entwicklung in den Städten bereitet Sorgen. Dort sind die Preise nach Einschätzung der Bundesbank inzwischen deutlich überbewertet. "Die Preise für Immobilien in den deutschen Städten dürften um rund 15 Prozent bis 30 Prozent oberhalb der Werte liegen, die den Fundamentaldaten entsprechen", warnte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch unlängst. Zudem gibt es laut Bundesbank Hinweise darauf, dass die Privathaushalte weiter steigende Preise für Wohnimmobilien erwarten.

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