Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

Olivier de Berranger über Alternativen im Nullzins-Umfeld: "Wir mögen nachrangige Anleihen von Banken und Versicherungen"

DAS INVESTMENT

Olivier de Berranger managt für die französische Fondsboutique Financière de l'Echiquier den 1,2 Milliarden Euro schweren Mischfonds Echiquier Arty. Im Gespräch mit DER FONDS beschreibt er, wo er für seine Anleger derzeit noch Rendite findet.

DER FONDS: Auf Sicht von fünf Jahren landen Sie mit Ihrem Fonds zwischen Euro-Aktien und Bundesanleihen, liegen aber näher an der Entwicklung der Anleihen. Ist das in Ihrem Sinne?

Olivier de Berranger: Durchaus. Wir dürfen bis maximal 50 Prozent Aktien halten. Unsere niedrigste Gewichtung waren 12 Prozent im Jahr 2008. Das Maximum lag bei 38 Prozent im Jahr 2012. Allerdings halten wir generell keine Staatsanleihen, sondern nur Unternehmensanleihen.

Bei denen aber nicht mehr viel zu holen ist.

Ja, zurzeit soll die Wertentwicklung eher aus Aktien kommen als aus Anleihen. Wir haben seit Frühjahr 2014 unsere Hochzinsanleihen abgebaut...

...die Sie wie hoch gewichtet hatten?

Es waren 25 Prozent. Maximal erlaubt sind 35 Prozent. Außerdem haben wir im Sommer 2014 die Duration deutlich verkürzt. Das war sicher ein bisschen zu früh.

Damit waren Sie immerhin in guter Gesellschaft.

Ja, wir waren nicht die einzigen. Und wir wollen eben ein defensives Produkt anbieten, das eine anständige Wertentwicklung liefern kann. Und Anfang dieses Jahres boten Anleihen im Verhältnis zu den Risiken keine vernünftigen Rendite-Aussichten mehr. Also setzen wir stärker auf Aktien.

Andere Anleihemanager finden noch immer anständige Renditen, wenn sie abseits der überkauften Indizes suchen.

Das machen wir zwar auch, es ist aber nicht unser Schwerpunkt. Wir sind nicht an einen Vergleichsindex gebunden, weil wir uns in allererster Linie darauf konzentrieren, das richtige Unternehmen zu finden. Wir kaufen nur, was wir mögen und was wir verstehen.

Nennen Sie doch mal ein Beispiel, bei dem Sie sagen würden: "Wow, das ist ja mal eine Anleihe!"

Zurzeit mögen wir die Finanzbranche in Europa.

Ach nein, wirklich?

Ja, wirklich. Speziell nachrangige Anleihen von französischen, spanischen und italienischen Versicherungen und den größten Banken aus Italien und Spanien.

Welche Renditen kriegen Sie dafür?

Für eine Coco-Anleihe von BBVA gibt es über 6 Prozent. Für eine Anleihe von BNP Paribas, die in zwei Monaten kündbar ist, gibt es immerhin auch ein Prozent Rendite. Für diese kurze Laufzeit ist das nicht schlecht. Bei Versicherungspapieren liegen Sie deutlich über 3 Prozent, aber bei längeren Laufzeiten.

Coco-Anleihen können sich bei Bilanzproblemen des Emittenten in Aktien umwandeln. Das ist nicht jedermanns Sache. Ihre schon?

Wir mögen Coco-Anleihen grundsätzlich, gehen aber sehr vorsichtig vor. Zurzeit haben wir sie mit nur 4 Prozent im Portfolio gewichtet.

Was finden Sie an Finanzunternehmen so toll?

Es ist eine Branche, die sich entschuldet. Die Unternehmen stärken ihre Kapitalbasis und bauen Risiken in den Bilanzen ab. Die Geldpolitik in der Eurozone hat die Finanzierungskosten der Banken gedrückt. Und die Menschen fragen verstärkt nach Krediten. Der Kreditzyklus in Europa kommt zurück, und das ist sehr gut.

Verpassen Sie keinen Beitrag aus unserem wöchentlichen Online-Magazin DER FONDS und melden Sie sich hier kostenlos per E-Mail an.

Dieser Artikel wird bereitgestellt von www.dasinvestment.com

Newsletter-Tipp: DER FONDS - Der Newsletter mit den besten Fonds & ETFs-Tipps >> jetzt kostenlos abonnieren

Immobilienfonds in der Krise alles zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren
Anzeige
Expertenprofil
DAS INVESTMENT

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 49 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

Kurs zu BNP Paribas Aktie

  • 63,21 EUR
  • +0,99%
20.04.2018, 17:36, Euronext Paris
Knock-Out Put auf BNP Paribas
WKNFälligkeitKnock OutHebelGeldBrief
HU7WRT open end 69,0899 9,3260,620,65
HX0PQ9 open end 63,7500 18,4200,280,31
HX0PM7 open end 63,6708 63,1350,080,10
Allein maßgeblich sind der Basisprospekt und die endgültigen Bedingungen. Alle Produktunterlagen unter www.onemarkets.de. weitere Produkte

onvista Analyzer zu BNP Paribas

BNP Paribas auf übergewichten gestuft
kaufen
2
halten
2
verkaufen
1
alle Analysen

Zugehörige Derivate auf BNP Paribas (4.874)

Derivate-Wissen

Sie glauben, der Kurs von "BNP Paribas" wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern?

Mit Discount-Zertifikaten können Sie auch bei unveränderten Aktienkursen eine Rendite erzielen.

Erfahren Sie mehr zu Discount-Zertifikaten