Online-Möbelhändler Home24 wird wegen Corona etwas vorsichtiger - hoher Verlust

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Der Online-Möbelhändler Home24 wird wegen der Coronavirus-Pandemie etwas vorsichtiger für das Gesamtjahr. Demnach peilt das junge Unternehmen 2020 nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 10 bis 20 Prozent an, wie die Rocket-Internet-Beteiligung am Dienstag in Berlin bei der Vorlage ausführlicher Jahreszahlen mitteilte. Im Februar hatte der Vorstand noch mindestens 15 Prozent angestrebt. An ihrem ebenfalls bereits im Februar formulierten Ziel, ein ausgeglichenes bereinigtes operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) zu erreichen, halten die Berliner hingegen weiterhin fest.

Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten gut an. Kurz nach Handelsbeginn lag die Home24-Aktie rund 5 Prozent im Plus. Im laufenden Jahr haben die Papiere allerdings über ein Drittel an Wert eingebüßt.

Die Covid-19-Pandemie stelle für Home24 im laufenden Jahr einen großen Unsicherheitsfaktor dar, räumte das Management ein. Betroffen seien vor allem die Lieferketten der Lieferanten in Europa, Brasilien und China. Die Kundennachfrage sei schwieriger zu prognostizieren und anfälliger für Schwankungen. Allerdings zeigte sich Home24-Chef Marc Appelhoff trotz der momentanen Corona-Effekte auf das Geschäft "vorsichtig zuversichtlich", den Wachstumskurs fortsetzen zu können und die Profitabilität weiter zu verbessern. Die Prognosen für 2020 basierten allerdings auf der aktuellen Informationslage zur Pandemie und berücksichtigten keine zusätzlichen, negativen Effekte.

Im vergangenen Jahr blieb Home24 unter dem Strich erneut tief in den roten Zahlen. Der auf die Anteilseigner entfallende Verlust lag mit gut 66 Millionen Euro aber rund acht Prozent niedriger als im Vorjahr. Die bereinigte Ebitda-Marge lag bei minus 8 Prozent nach minus 13 Prozent ein Jahr zuvor. Wie schon bekannt, konnte der Online-Möbelhändler beim Umsatz um rund 20 Prozent auf 372 Millionen Euro zulegen und profitierte dabei von guten Geschäften in Europa und Lateinamerika. Sowohl die Zahl der Bestellungen als auch der aktiven Kunden stieg deutlich. Im Schlussquartal erreichte Home 24 mit einem bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 2,6 Millionen Euro erstmals die Gewinnschwelle.

Home24 hatte nach dem Börsengang 2018 turbulente Zeiten infolge hoher Investitionen in neue Lagerstandorte und Software sowie erhöhte Marketingausgaben, die auf Wachstum und Ergebnis drückten. Für die Aktie ging es vor allem abwärts. Zuletzt hatte der Start-up-Investor Rocket Internet seinen Anteil am Möbelversender auf noch knapp elf Prozent reduziert. Im Heimatmarkt Deutschland muss sich Home 24 auf die zunehmende Konkurrenz durch den US-Rivalen Wayfair einstellen. Zudem ist Westwing ein direkter Konkurrent der Berliner./eas/stw/fba

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