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onvista-Börsenfuchs: Ansteckungsgefahr

Der onvista-Börsenfuchs
onvista-Börsenfuchs: Ansteckungsgefahr

Hallo Leute! Es ist ja doch was los in dieser Woche, ohne dass kursmäßig neue Weichen gestellt worden wären. Aber in Amiland wartet auch die Wall Street auf die nächste Naturkatastrophe, wartet mit den Menschen im Südosten auf „Florence“: Der bedrohlich näherkommende Hurrikan der Kategorie 4 könnte nach Experteneinschätzung Milliardenschäden verursachen. Washington D.C. diskutiert derweil „Fear“ - Das Weiße Haus am Rande des Wahnsinns. Darin liefert Reporter-Legende Woodward eine angeblich extrem genaue Analyse über das Innenleben des Weißen Hauses. Bei uns, wo man u.a. den Karstadt/Kaufhof-Deal diskutiert, hat sich der Dax heute Vormittag ein Stück weit von seiner Angstmarke 11.800 entfernen können - Vorsicht, das ist vielleicht kurzfristig ein gutes Zeichen, aber kein endgültiges.

Vorsichtshalber muss ich meine mehrfach verbreitete Zuversicht für die Schwellenländermärkte wieder drosseln, bis auf weiteres. Die haben zwar in den zurückliegenden Monaten ganz schön was auf den Deckel gekriegt. Dennoch (oder deshalb) steigt jetzt nicht in die - langfristig vielversprechenden - Aktienmärkte ein (China bleibt für mich ein positiver Sonderfall). Verkauft Eure Bestände lieber, meine Freunde, denn in den Emerging Markets hat sich das Bild stark eingetrübt bzw. drohen die Probleme auf andere Länder überzuschwappen.

Noch sind Analysten  bei der Beurteilung der Chancen und Risiken geteilter Meinung, setzten jetzt aber zunehmend negative Vorzeichen: In den vergangenen Wochen hat es nämlich eine Reihe negativer Entwicklungen gegeben: Die Hoffnungen auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sind geschwunden, die Türkei stürzte in eine Währungskrise und das Vertrauen der Investoren in die argentinische Regierung ist trotz des IWF-Beistands gesunken. Mit Brasilien und Südafrika stecken weitere große Schwellenländer in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, doch in Asien und Mitteleuropa hat sich die Unternehmensstimmung nicht merklich verschlechtert. Viele Emerging-Markets-Währungen stehen unter Druck. Betroffen sind vor allem jene Länder, die erhöhte Leistungsbilanzdefizite aufweisen. Auch Renten und Aktien gaben zuletzt nach, wobei sich die Spreads von Hartwährungsanleihen nur moderat ausweiteten.

Nachvollziehbares Fazit der Dekabank-Volkswirte: „Wir erwarten keine schnelle Stimmungsverbesserung, weil noch für einige Monate Unsicherheit herrschen wird, wie stark der von den USA ausgehende Handelskonflikt die Weltwirtschaft belastet und wie gut die Schwellenländer die Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen verkraften.“ Dazu passt ein Interview der IWF-Chefin Christine Lagarde. Der Financial Times sagte sie jetzt, ein eskalierender Handelskrieg zwischen den USA und China könnte nicht nur den schon angeschlagenen, sondern auch den übrigen Schwellenländern einen Schock versetzen. Noch sei diese Ansteckung nicht zu erkennen, aber das könne sich ja ganz schnell ändern. Also, Leute, werdet noch vorsichtiger!

Hinweis: Die Inhalte des „onvista-Börsenfuchs“ dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder.
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