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onvista-Börsenfuchs: Die Power von Powell

Der onvista-Börsenfuchs
onvista-Börsenfuchs: Die Power von Powell

Hallo Leute! Wall Street guckt nach oben und steckt andere Börsen der Welt mit ihrem - noch vorsichtigen! - Optimismus an. Wie lang der anhält, weiß kein Mensch. Hauptgrund für die kleine Rally: Good News von der Notenbank und ein schwächerer Dollar. Der rutschte nämlich zum Wochenausklang ein Stück weit ab, nachdem sich Fed-Chef Jerome Powell auf der Notenbank-Konferenz in Jackson Hole für eine Fortsetzung des bisherigen Kurses der behutsamen Zinserhöhungen ausgesprochen hatte. Damit sind Spekulationen, die Fed könne die Zinsen schneller anheben als bisher prognostiziert, im Keim erstickt worden, sagten Marktteilnehmer erleichtert. Und der S&P 500 hatte wieder Luft für eine neues Rekordhoch.

Danke, Mister Powell!  Es gibt sie also noch, in Verantwortung stehende Amis mit Rückgrat, die vor ihrem Twitter-Presi nicht gleich auf die Knie fallen. Gehen wir davon aus, dass der Notenbank-Chef die Lage richtig beurteilt und dass er am aktuellen Kurs der Fed festhält, dann müsste dies nicht nur kurzfristig die Finanzmärkte entspannen. Direkt betroffen sind natürlich Anleihen, Aktien und der Dollar.

Die Wirtschaft zeige sich stark und die Inflation liege nahe beim 2-Prozent-Ziel der Notenbank, sagte Powell am Freitag in seiner mit Spannung erwarteten Rede. „Wenn das starke Wachstum bei Einkommen und Arbeitsplätzen anhält, werden weitere graduelle Anhebungen der Zielspanne für die Leitzinsen wahrscheinlich angemessen sein.” Trump hatte vor wenigen Tagen in einem Reuters-Interview den Zinskurs der Fed ungewöhnlich offen attackiert - Trump mag keine steigenden Zinsen. Und er sorgte damit für Ärger, weil man ihm Eingriff in die unabhängige Notenbankpolitik unterstellte.

Die Währungshüter müssen laut Powell so navigieren, dass sowohl eine Überhitzung der Wirtschaft als auch eine übereilte Straffung der Geldpolitik vermieden werden. Denn trotz der niedrigen Arbeitslosigkeit im Land gebe es keine klaren Anzeichen für ein Inflationsproblem. Daher müsse die Notenbank vorsichtig vorgehen. Mit dem gegenwärtigen Kurs nehme die Fed diese beiden Risiken ernst. Gut so! Börsianer rechnen schon seit Wochen mit dem nächsten Zinsschritt der Amis im September, manche Akteure stellen sich dann auf eine weitere Erhöhung im Dezember ein.

Die Arbeitslosenquote stand in Amiland Juli bei 3,9 Prozent, was praktisch Vollbeschäftigung gleichkommt und eines der Ziele der Notenbank ist. Bei der Inflation achtet die Fed insbesondere auf Preisveränderungen bei den persönlichen Verbraucherausgaben (PCE) ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelkosten. Hier lag die Steigerungsrate im Juni mit 1,9 Prozent leicht unter dem Zielwert der Fed von 2 Prozent.

Der Kurswechsel der Fed in Richtung Normalisierung der Zinsen hat bisher voll gut funktioniert, denn er ist nicht abrupt, sondern einfühlsam erfolgt - ängstliche Experten hatten im Fahrwasser steigender Verknappung der Liquidität und steigender Ami-Zinsen Schlimmes für die globalen Finanzmärkte befürchtet. Die Dollar-Wächter hatten Ende 2015 nach Jahren der Krisenpolitik auf einen Kurs der behutsamen Zinserhöhungen umgeschwenkt. Dieses Jahr haben sie ihren Leitsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bereits zwei Mal angehoben - zuletzt im Juni auf das aktuell gültige Niveau von 1,75 bis 2,00 Prozent.

Guckt aber weiterhin auf den Dollar-Bondsmarkt, meine Freunde! Dort käme es zu einem Krach, wenn die Fed was falsch machen sollte. Das wiederum würde dann aber auch auf die Aktien negativ ausstrahlen. Momentan droht das nicht.

Hinweis: Die Inhalte des „onvista-Börsenfuchs“ dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder.
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