Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

onvista-Börsenfuchs: Erst mal abwarten

Der onvista-Börsenfuchs
onvista-Börsenfuchs: Erst mal abwarten

Hallo Leute! Heute Morgen hab ich mir nach Durchsicht der aktuellen Meldungen durch den Kopf gehen lassen, was ich tun würde, wenn mich irgendeine überirdische Gewalt dazu zwingen wollte, einen wirklich großen Betrag sofort an der Börse anzulegen. Antwort: nix. Es hat sich nämlich nix gegenüber den vergangenen Tagen geändert. Und die Amis haben heute zu. Neues kommt trotzdem von Twitter-Trumpel über den großen Teich. Und der bestätigt mit seinem Druck auf uns Europäer meine wiederholten Warnungen, die politischen Einflüsse auf Wirtschaft und Finanzmärkte ja nicht zu unterschätzen. Die vielen Konjunkturnachrichten reißen einen hin und her. Und ich befürchte, wir werden noch lange nicht klarsehen.

Inzwischen haben knapp drei Viertel aller S&P-500-Unternehmen ihre Gewinne für das Schlussquartal vorgelegt. Bei 71 Prozent der Unternehmen lagen diese über den Erwartungen der Analysten, die jedoch wegen der vielen Gewinnwarnungen vor der Berichtssaison nicht besonders hoch waren. Trotzdem können sich die Ergebnisse einiger Sektoren sehen lassen. Dennoch steigen auch bei den Optimisten die Sorgen um die Ami-Konjunktur. Die Gewinnschätzungen für 2019 fallen um 0,5 Prozent - und zwar pro Woche! In Europa und Asien sieht es nicht besser aus. Die Aktienmärkte steigen 2019 dagegen bisher fast jeden Tag. Warnt der bisher ziemlich zuversichtliche Deutsche-Bank-Chefstratege Ulrich Stephan: „Ich befürchte, dass bei diesen Kursen viel Hoffnung mit am Werk ist. Unsere Volkswirte weisen darauf hin, dass nicht nur die Volkswirtschaft der Eurozone, sondern auch die der USA wackelt.“

Das Geschäftsklima bei kleineren Unternehmen auf der anderen Seite des Atlantiks brach zuletzt ebenso ein wie das Konsumentenvertrauen. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe wirkt im internationalen Vergleich etwas zu gut, um wahr zu sein. Der Deutschbanker: „Ist die US-Wirtschaft der nächste Dominostein, der fällt? Allein die Debatte darüber ist besorgniserregend genug. Die Märkte hoffen allerdings immer noch auf ein Gewinnwunder oder eine Zentralbankrettungsaktion.“

Wenn sich die Nachrichtenlage weiter eintrübt, werden Fed und EZB höchstwahrscheinlich was tun. Dann hätten wir auf der einen Seite wieder aufkeimende Rezessionsängste und sinkende Unternehmensgewinne, auf der anderen Seite starke monetäre Unterstützung für die Börsen (keine Zinserhöhungen). Welche Seite wäre stärker? Jedenfalls ist keine Konkurrenz für die Aktie als langfristige Anlageklasse in Sicht. Und es gibt bereits Meldungen, dass die EZB vor dem Hintergrund der eingetrübten Konjunkturaussichten über erneute Geldspritzen nachdenkt.

Chartmäßig bleibt beim Dax der übergeordnete Abwärtsmodus trotzdem weiterhin intakt. Dieser hat nun seit Juni 2018 Bestand. So richtig Aufatmen kann man nach Einschätzung technischer Analysten erst wieder ab Kursen oberhalb der 11.600er Marke.

Nee, meine Freunde, ich bleibe gelassen und würde erst mal cool abwarten. Also wirklich nix kaufen? Höchstens Gold, sicherheitshalber.

Hinweis: Die Inhalte des „onvista-Börsenfuchs“ dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder.
Das könnte Sie auch interessieren

Kurs zu S&P 500 (NET TR) Index

  • 5.075,16 USD
  • +1,08%
21.03.2019, 21:57, außerbörslich

Derivate-Wissen

Sie möchten in den "S&P 500 (NET TR)" investieren?

Indexzertifikate geben Ihnen die Möglichkeit an der Kursentwicklung eines Index teilzuhaben.

Erfahren Sie mehr zu Partizipations-Zertifikaten