onvista-Börsenfuchs: Hoffen wir auf einen „Biden-Bonus“ für die Wall Street

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onvista-Börsenfuchs: Hoffen wir auf einen „Biden-Bonus“ für die Wall Street

Hallo Leute! Hat sie auch Euch tief bewegt, die Amtsübernahme von Joseph („Joe“) Robinette Biden, Jr.? Ich gebe zu, bei der Übertragung der Fete aus Washington D.C. das Gefühl vom Kloß im Hals gehabt zu haben. Es war voll geil! Und meine alte Sympathie für Ami-Land ist in kürzester Zeit zurückgekehrt. Eine meiner spontanen Reaktionen noch während der Feierlichkeiten: Jetzt benutze ich wieder das Wort Vereinigte Staaten. Und Biden wird auch eine Stütze für die Wall Street werden. Jo, die gespaltene Nation dürfte wieder zusammenrücken. Mit Joe, dem emphatischen Demokraten, werden die Amis ihre alten Stärken neu entdecken. Wirtschaft und Börse sollten davon profitieren.

Dazu passend eine Statistik: Demokraten oder Republikaner - wer lässt eigentlich die US-Börsen klettern? Ihr dürft - wenn Ihr historische Gesetzmäßigkeiten mögt - nach dem Amtsantritt Joe Bidens optimistisch sein. Denn unter allen bisher acht demokratischen US-Präsidenten seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich der S&P 500 positiv entwickelt; die durchschnittliche Jahresperformance lag jeweils zwischen 3 und 17 Prozent. Bei drei der insgesamt zwölf republikanischen Präsidenten verzeichnete der Aktienmarkt dagegen ein Minus; gleichzeitig liegen die Demokraten bei der durchschnittlichen Jahresperformance fast vier Prozentpunkte vorne. Analysten glauben allerdings nicht, dass diese Outperformance allein auf die Parteizugehörigkeit zurückzuführen ist. Vermutlich spielte den Demokraten auch in die Hände, dass marktbelastende Ereignisse wie die Große Depression, die Ölpreiskrise, die Weltfinanzkrise sowie zuletzt die Corona-Pandemie in die Amtszeit des politischen Gegners fielen. Joe Biden könnte die positive Börsenbilanz der Demokraten weiter ausbauen. Wie sein Parteifreund Barack Obama tritt er sein Amt in einer Zeit an, in der sich Wirtschaft und Märkte von einer großen Krise erholen (hoffentlich!).

Okay, es ist sicher sinnvoll, dass andere Profis zwar happy mit Biden sind, aber trotzdem vor übertriebener Euphorie warnen - nicht zuletzt wenn es darum geht, wie schnell man den politischen Wandel spüren wird. Anleger, die auf rasche Fortschritte bei der Umsetzung der neuen Regierungspolitik in den Vereinigten Staaten hoffen, sollten sich gedulden, bis alle Personalien installiert sind, sagt Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management. Marktteilnehmer, die auf sehr rasche Fortschritte in Bezug auf neue fiskalische Unterstützungsmaßnahmen hoffen, könnten daher kurzfristig enttäuscht sein: „Dessen ungeachtet erwarten wir von der Biden-Regierung mittelfristig ehrgeizige Pläne in den Bereichen Infrastrukturausgaben, erneuerbare Energien und Umweltschutz.“

Es gibt natürlich noch andere Gründe, für die führenden Börsen bullisch zu sein. Deshalb halte ich an meiner Prognose fest, dass unser Dax im Jahresverlauf die Marke von 15.000 Punkten erreichen kann - mindestens. Voraussetzung ist, dass wir die Pandemie bald in den Griff kriegen.

Bleibt gesund und optimistisch, aber auch geduldig, Leute!

Hinweis: Die Inhalte des „onvista-Börsenfuchs“ dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder.
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05.03.2021, 23:44, außerbörslich
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