Palladium: Eine Korrektur ist überfällig - das Edelmetall dürfte 2020 günstiger werden

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Der Preis­auftrieb hängt maßgeblich vom angespannten physischen Markt ab. In den vergangenen sieben Jahren überstieg die Nachfrage jeweils das Angebot. Die Reichweite der Palladiumvorräte halbierte sich in diesem Zeitraum. Bei diesen Preisen bauten auch Anleger ihre Positionen in physisch hinterlegten ETFs kräftig ab. Von den mehr als drei Millionen Unzen im Jahr 2015 befinden sich nur 600 000 in den Depots.

Die Knappheit des Edelmetalls beruht zum einen auf der robusten Nachfrage, die vor allem aus der Automobilindustrie kommt. 85 Prozent des geförderten Metalls werden in den Katalysatoren von Autos mit Benzinmotoren verbaut. In den vergangenen Jahren stieg der Absatz von Benzinern zu Lasten von Dieselmotoren.

Das könnte mit Blick auf die ab 2021 in der EU geltende Obergrenze für C02-Emissionen bei Neuwagen zu einer Wende führen. Den Autoproduzenten drohen hohe Bußgelder, sollten die Grenzen nicht eingehalten werden. Benzinmotoren weisen einen weitaus höheren C02-Ausstoß auf als Dieselmotoren. Der Verband der deutschen Automobilindustrie rechnet schon 2020 bei Benzinern mit einem Absatz­minus von rund zwei Prozent in Europa. Die Autobauer werden bereits 2020 die Produktion von Fahrzeugen mit Benzinmotoren drosseln. Die Nachfrage nach Palladium dürfte sinken und den Preis für das Edelmetall dämpfen.

Palladium ist nicht alternativlos

Vom Markt bisher völlig unberücksichtigt ist die Möglichkeit der Substitution. Die Autoindustrie war vor Jahren von Platin auf Palladium in den Katalysatoren umgestiegen. Bis 2017 war Palladium günstiger als Platin, das jetzt im Vergleich deutlich weniger kostet. Beide Metalle verfügen über ähnliche Eigenschaften. So liegt es nahe, dass die Autobauer sich wieder dem kostengünstigeren Metall zuwenden werden. Am schnellsten dürfte die Substitution in Dieselmotoren erfolgen. Der Effekt sollte sich im Laufe des Jahres bei der Nachfrage nach dem Edelmetall zeigen und den Palladiumpreis belasten. Die Branchenexperten der Commerzbank gehen in ihrer Jahresendprognose für 2020 von 1500 Dollar je Feinunze aus.

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