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Pharmabranche: Bayer und Novartis AG im Fokus

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Jewgeni Ponomarev, Zertifikate-Experte, HSBC Jewgeni Ponomarev,
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Die Pharmabranche ist einer der Gewinner der vergangenen Wochen, wobei das Umfeld durch Entwicklungen in den USA herausfordernd geworden ist. Vor allem die Bayer-Aktie hat gelitten.

Wenig mehr als drei Monate hat es gebraucht, um 23. Mrd. Euro an Börsenwert zu vernichten. So groß ist der Kursunterschied des Aktienpaketes des Chemieriesen Bayer vor der Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto am 7. Juni und nach einem Sommer der Glyphosatklagen. Insgesamt bedeutet das einen Wertverlust von 25 Prozent und eine Annäherung an das Fünfeinhalb-Jahres-Tief.

Allerdings gehen die Analysten der Ratingagentur Standard & Poor’s davon aus, dass sich die versicherten Schäden auf lediglich 8 bis 20 Mrd. Dollar belaufen könnten. Derartige Belastungen würden zwar auf die Profitabilität der Versicherer drücken, allerdings könnten die US-Unternehmen und die weltweiten Rückversicherer das problemlos verkraften. Zu den Versicherern, die am Stärksten in der Gegend engagiert sind, gehören die US-Konzerne Allstate Corp. und Travelers.

Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte der Pharma- und Chemiekonzern eingeräumt, dass die Zahl der US-Klagen wegen des Unkrautvernichters Glyphosat auf rund 8.700 gestiegen sei. Umso entschlossener setzt sich Bayer dagegen zur Wehr. Das Unternehmen hat zuletzt bekannt gegeben, dass es gegen ein US-Schadensersatzurteil bei einem kalifornischen Superior Court Rechtsmittel eingelegt habe. Er werde voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November über die Anträge von Bayer entscheiden. Im August hatte ein Gericht in San Francisco einem ehemaligen Hausmeister, der seine Krankheit auf den Umgang mit Glyphosat zurückgeführt hatte, 289 Mio. Dollar zugesprochen. Das war der erste Fall, indem es zu einem Urteil gekommen war.

Im Gegensatz zur Bayer-Aktie waren Pharmaaktien in den vergangenen Monaten bei Investoren gefragt. So ist der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Health Care, in dem auch Bayer Mitglied ist, innerhalb von sechs Monaten um etwas mehr als zehn Prozent geklettert und notiert nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch. Damit hat sich das Barometer wesentlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt: Der Stoxx Europe 600 hat in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben und liegt nur noch drei Prozent über dem Stand von Mitte März.

Investoren haben die Sorge, dass sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft eintrüben, vor allem wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China. Sie setzen daher auf Aktien aus defensiven, also wenig konjunkturabhängigen Sektoren. Dazu zählen auch Titel aus dem Pharmabereich. Dabei ist das Umfeld für die Branche herausfordernd, gerade in den USA, da dort die Medikamentenpreise auf Druck der Regierung seit einem Jahr sinken.

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Pharmafirmen treiben Konzernumbau voran

Daher werden die Weichen für die Zukunft neu gestellt, etwa für den schweizerischen Pharmakonzern Novartis, der mit einem Indexgewicht von 15,8 Prozent der mit Abstand schwerste Wert im Stoxx Europe 600 Health Care ist. Die Prozesse sollen effizienter und die operative Gewinnmarge in weniger als fünf Jahren in Richtung 35 Prozent erhöht werden, gegenüber aktuell 32 Prozent. „Wir stellen uns auf die Tatsache ein, dass das US-Preissystem mittelfristig geändert werden wird, wovon die gesamte Pharmabranche betroffen sein wird“, sagte Jörg Reinhardt, der Chef des Verwaltungsrats von Novartis. Um dem Preisverfall auf dem US-Markt zu entgehen, verkauft der Konzern einen Teil des US-Generikageschäfts seiner Tochter Sandoz für bis zu eine Mrd. Dollar an den indischen Wettbewerber Aurobindo Pharma.

Und Novartis‘ Augenheilkunde-Tochter Alcon hat angekündigt, dass sie nach dem Abschluss der Abspaltung von der Mutter die Firmenzentrale nach Genf verlegen wird, derzeit ist sie in Fort Worth in Texas. Der auf Chirurgie und Kontaktlinsen spezialisierte Bereich soll im ersten Halbjahr 2019 an die Börse gebracht und die Aktien an die Novartis-Anteilseigner abgegeben werden. Mit einem Wert von bis zu 30 Mrd. Dollar ist es eine der größten Abspaltungen in der schweizer Firmengeschichte.

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Quelle: HSBC


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