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ProSiebenSat.1 – Hier sollten Anleger mal wieder reinschauen!

Richard Pfadenhauer

ProSiebenSat.1 sendete zuletzt wieder gute Nachrichten. Ende April kaufte der Konzenchef Maximilian Conze Aktien im Wert von knapp einer Million Euro. Anfang dieses Monats folgten die Zahlen für das erste Geschäftsquartal. Demnach legten die Erlöse rund vier Prozent zu. Anleger haben bereits im Vorfeld auf eine Umsatzwende spekuliert. Seit Anfang April verbesserte sich der MDAX®-Wert um über 18 Prozent. Dennoch notiert das Papier noch rund zwei Drittel unterhalb des Höchststands von 2015. Conze ist nun rund ein Jahr im Amt. Kann er das Ruder nachhaltig herum reißen?

Fokus auf Onlineplattformen und Streamingdienst

Das Geschäft von ProSiebenSat.1 (P7S1) gliedert sich in drei Sparten: Entertainment, Content Production & Global Sales sowie Commerce. Den Bärenanteil von knapp 70 Prozent steuert der Bereich Entertainment zum Gesamtumsatz bei. Hier sind es in erster Linie die Werbeeinnahmen der TV-Sender ProSieben, Sat.1, kabel eins und sixx. Erfolgreiche Shows wie Heidi Klums „Germany’s next Topmodel“ und „The Voice of Germany“ reichen allerdings nicht, um den Rückgang der Werbeeinnahmen zu bremsen. Nun sollen neue Formate wie „Alle gegen 1“ und „Masters of Dance“ die Primärzielgruppe für die Werbewirtschaft, die 14- bis 49-Jährigen, wieder auf ProSieben und Sat.1 locken. Seit Jahren schalten die jungen und konsumfreudigen Zuschauer immer häufiger auf Netflix und Amazon Prime und deren eigene Serien um. Das zweitgrößte Segment firmiert unter NuCom Group. Darin sind die Beteiligungen an E-Commerce-Unternehmen wie Amorelie, mydays, moebel.de, Flaconi, Parship und Verivox zusammengefasst. Statt einer Beteiligung in bar erhalten die Start-ups kostengünstige Werbeplätze bei den Fernsehsendern von ProSiebenSat.1. Meist sind dies Werbeplätze, die ohnehin nicht verkauft werden konnten. Anfang des Jahres stockte Großinvestor General Atlantic die Beteiligung an NuCom Group auf 28,4 Prozent auf. Anfang 2018 stieg General Atlantic in die Commerce-Tochter von ProSiebenSat.1 ein, um die Expansion in dem Segment stärker voranzutreiben. Die Rechnung scheint aufzugehen.

Im ersten Quartal 2019 gingen die Werbeerlöse im klassischen Fernsehen weiter zurück. Die Onlineplattformen unter dem Dach von Nucom steigerten den Umsatz hingegen um rund ein Viertel. Ebenfalls stark entwickelten sich die Auftragsproduktionen. Produkionsfirmen wie die Red Arrow Studios produzieren unter anderem Krimi- und Dramaserien für Amazon und das ZDF. Bei der Vorlage der Zahlen stimmte Conze die Marktteilnehmer auf schwächere Erträge in den kommenden Quartalen ein. „2019 ist das Investment-Jahr. 2020 müssen wir Wachstum liefern.“ Dabei richtet sich Conzes Fokus auf eine neue Streamingplattform. Ziel ist eine Art deutsches „Hulu“ aufzubauen. Unter diesem Namen bieten zahlreiche US-Sender wie NBC, FOX und ABC in den USA Inhalte über eine gemeinsame Streaming-Plattform an. Im Sommer startet ProSiebenSat.1 mit den Inhalten von maxdome, Discovery und 7TV. Ende vergangenen Jahres erklärte das ZDF, sich anzuschließen. Weitere Sender könnten möglicherweise folgen. In zwei Jahren will ProSiebenSat.1 rund zehn Millionen Streamingnutzer haben.

Argusaugen richten sich auf die Werbeeinnahmen

Anleger sowie immer mehr Analysten finden Gefallen an Conzes Programm und mit der aktuellen Bewertung liegt das Papier rund 20 Prozent unter dem Sektordurchschnitt. Dennoch werden sie auch weiterhin mit Argusaugen die Entwicklungen des größten Umsatzbringers verfolgen. In den zurückliegenden Quartalen sanken die Werbeeinnahmen. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für Q1 deutete Conze eine Stabilisierung in diesem Bereich an. Sollte sich dies nicht bestätigen könnte die Aktie wieder unter Druck geraten.

Charttechnischer Ausblick: ProSiebenSat.1

Widerstandsmarken: 16,50/18,45 EUR

Unterstützungsmarken: 12,75/13,50/14,70 EUR

Die Aktie von ProSiebenSat.1 ist kürzlich aus dem langfristigen Abwärtstrend nach oben ausgebrochen und findet im Bereich von EUR 14,70 aktuell eine Unterstützung. Derzeit zeigt das Papier gutes Aufwärtsmomentum. Damit besteht die Chance auf eine Fortsetzung der Aufwärtsentwicklung bis EUR 16,50 und im weiteren Verlauf bis 18,45. Kippt die Aktie hingegen signifikant unter EUR 14,70 droht eine Konsolidierung bis EUR 13,50.

ProSiebenSat.1 in EUR; Tageschart (1 Kerze = 1 Tag)

Betrachtungszeitraum: 06.04.2018 – 14.05.2019. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

ProSiebenSat.1 in EUR; Wochenchart (1 Kerze = 1 Woche)

Betrachtungszeitraum: 15.05.2014 – 14.05.2019. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: onemarkets.tradingdesk.de

Investmentmöglichkeiten

Discount-Zertifikate auf die Aktie von ProSiebenSat.1 für Spekulationen, dass sich die Aktie seitwärts oder moderat aufwärts bewegt

BasiswertWKNVerkaufspreis in EURCap (obere Kursgrenze) in EURDiscountfinaler Bewertungstag
ProSiebenSat.1HX65TL13,6416,0011,7%20.12.2019
ProSiebenSat.1HX3MED14,0318,009,1%20.12.2019

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 14.05.2019; 10:38 Uhr

Tradingmöglichkeiten

Turbo Open-End-Optionsscheine auf die Aktie von ProSiebenSat.1 für Spekulationen, dass sich die Aktie seitwärts bewegt

BasiswertWKNProdukttyp
Verkaufspreis in EURuntere Barriere in EURHebelfinaler Bewertungstag
ProSiebenSat.1HX8V5MBull0,6845,0529188,6Open End
ProSiebenSat.1HX52VUBear0,7158,2154176,5Open End

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 29.04.2019; 10:12 Uhr

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