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Qiagen verliert Firmenchef und verfehlt Umsatzziel - Aktie im Fall

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Das Biotechunternehmen Qiagen gerät in schwere Fahrwasser.

Qiagen verliert Firmenchef und verfehlt Umsatzziel - Aktie im Fall

Die auf Tests zum Nachweis von Krankheiten sowie Laborgeräte spezialisierte Firma verfehlte im dritten Quartal ihr Umsatzziel und verliert zudem überraschend ihren langjährigen Vorstandschef. Darüber hinaus kündigte Qiagen einen Geschäftsumbau inklusive Personalabbau an, der hohe Restrukturierungskosten zur Folge haben soll. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut: Die Aktie brach am Dienstag zeitweise um mehr als 17 Prozent ein und war damit Schlusslicht im Nebenwerte-Index MDax.

Qiagen stellt nun für das abgelaufenen dritte Quartal lediglich ein Umsatzwachstum von rund drei Prozent zu konstanten Wechselkursen in Aussicht. Bislang hatte der Vorstand ein Umsatzplus von etwa vier bis fünf Prozent vorhergesagt. Vor allem das China-Geschäft habe sich schwächer als erwartet entwickelt, hieß es zur Erklärung. Den chinesischen Markt herausgerechnet liege das Gesamtwachstum bei sechs Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie solle allerdings weiterhin innerhalb der Prognose von 0,35 bis 0,36 Dollar liegen. Seine vollständigen Quartalszahlen will Qiagen am 30. Oktober veröffentlichen.

Völlig überraschend kündigte Qiagen außerdem an, dass der langjähriger Firmenlenker Peer Schatz nach 27 Jahren im Unternehmen - davon allein 15 Jahre als Chef - aus der Geschäftsleitung zurücktritt. Der Aufsichtsrat beginne nun mit der Suche nach einem Nachfolger. In der Zwischenzeit werde der für den Bereich Molekulardiagnostik zuständige Manager Thierry Bernard als Vorstandschef fungieren. Schatz, der 1993 zu Qiagen stieß, wolle sich neuen Herausforderungen stellen. Er werde Qiagen aber weiter als Berater zur Seite stehen.

Die Biotechfirma will zudem die Entwicklung seines DNA-Sequenzierungssystems GeneReader beenden. Der Schritt steht im Zusammenhang mit einer neuen strategischen Partnerschaft mit dem US-Konkurrenten Illumina. Das Unternehmen will künftig seine Entwicklungsarbeiten in diesem Geschäftsfeld auf die Zusammenarbeit mit den US-Amerikanern konzentrieren. Auch solle das Produktionsnetzwerk reorganisiert werden. Die mit diesen Schritten verbundenen Kosten bezifferte Qiagen auf 260 bis 265 Millionen Dollar vor Steuern. Sie sollen überwiegend im dritten Quartal verbucht werden. Qiagen stellte in Aussicht, den damit verbundenen Personalabbau sozialverträglich zu gestalten.

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