Reckitt Benckiser rutscht in die Verlustzone - Sorge um steigende Rohstoffkosten

dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - Der geplante Verkauf des chinesischen Babynahrungsgeschäft hat den britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone rutschen lassen. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von rund 1,7 Milliarden britische Pfund (fast 2 Mrd Euro), nach einem Gewinn von gut 1 Milliarde Pfund ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte. So hatte das Unternehmen bei der Ankündigung des Verkaufs von IFCN China Anfang Juni eine Sonderbelastung von rund 2,4 Milliarden Pfund angekündigt, vor allem wegen Abschreibungen auf den Firmenwert und immaterielle Anlagegüter. Die Aktien sackten am Dienstag im frühen Handel um fast zehn Prozent ab.

Operativ belasteten negative Währungseffekte und die zunehmend steigenden Rohstoffkosten das Ergebnis. So sank das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis um fast 12 Prozent auf 1,4 Milliarden Pfund, währungsbereinigt lag das Minus bei 5 Prozent. Die Umsätze sanken um 2,7 Prozent auf rund 6,3 Milliarden Pfund. Bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe verzeichnete der Sagrotanhersteller hingegen ein Plus von 3,7 Prozent. Dabei flaute das Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresauftakt ab. In den operativen Zahlen ist IFCN China nicht enthalten.

Für das laufende Jahr geht Reckitt Benckiser von weiter steigenden Rohstoffkosten aus. Dabei werde es Zeit brauchen, die Belastungen durch eine höhere Produktivität sowie Preissteigerungen aufzufangen, hieß es. Das dritte Quartal werde sich im Vergleich zum Vorjahr abschwächen, auch wegen einer hohen Vergleichsbasis. So hatte Reckitt Benckiser im vergangenen Jahr von einer hohen Nachfrage nach Hygieneprodukten im Zuge der Corona-Pandemie profitiert.

Die höheren Kosten dürften 2021 auf die Marge drücken. So geht das Unternehmen zwar weiter von einem Rückgang der bereinigten operativen Marge um 0,4 bis 0,9 Prozentpunkte aus, doch sind in dieser Prognose die Ergebnisse von IFCN China nun nicht mehr enthalten. Das Umsatzwachstum aus eigener Kraft soll weiter bei 0 bis 2 Prozent liegen./nas/mis/jha/

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