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Renault setzt Vorstandschef Bollore vor die Tür

Reuters

Paris (Reuters) - Renault-Chef Thierry Bollore muss gehen. Übergangsweise soll Finanzchefin Clotilde Delbos die Geschäfte des französischen Automobilkonzerns leiten, wie Renault am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mitteilte.

Renault setzt Vorstandschef Bollore vor die Tür

Auch der japanische Partnerkonzern Nissan hatte vor einem Monat den Chef ausgetauscht, um nach eigenen Aussagen einen Neuanfang einzuleiten. Die beiden aneinander beteiligten Autohersteller kommen seit der überraschenden Festnahme des ehemaligen Konzernlenkers Carlos Ghosn im vergangenen November wegen Untreue-Vorwürfen nicht aus den Schlagzeilen und kämpfen mit sinkenden Ergebnissen.

Bollore gilt als Vertrauter Ghosns. Bereits in den vergangenen Tagen waren Spekulationen aufgekommen, dass er auf Druck von Verwaltungsratschef Jean-Dominique Senard seinen Posten räumen muss. Bollore hatte selbst von einem "Putsch-Versuch" gesprochen. Senard wurde von Michelin geholt, um den Konzern nach der Ghosn-Krise zu stabilisieren. Bollore war für das operative Geschäft zuständig. Die französische Regierung, die mit 15 Prozent an Renault beteiligt ist, stellte sich hinter die Entscheidung des Kontrollgremiums. Renault macht sich nun nach eigener Aussage auf die Suche nach einem permanenten Nachfolger für Bollore. Finanzchefin Delbos werde bei der Führung des Konzerns von den beiden Managern Olivier Murguet und Jose-Vicente de los Mozos unterstützt.

An der Börse kam der Chefwechsel gut an. Die Aktien stiegen in Paris um 4,4 Prozent. NordLB-Analyst Frank Schwope empfahl die Titel dennoch zum Verkauf. "Die von Renault Ende Juli vorgelegten Halbjahreszahlen waren beunruhigend, insbesondere die Tatsache, dass Nissan einen negativen Ergebnisbeitrag abgeliefert hat", schrieb er in einem Kurzkommentar. Außerdem stehe das Verhältnis der beiden Partnerfirmen nicht zum Besten. Der neuen Unternehmensführung komme nun die wichtige und zugleich schwierige Aufgabe zu, diese Allianz zu festigen.

Nissan hatte Mitte September Konzernchef Hiroto Saikawa vor die Tür gesetzt. Er hatte zuvor eingeräumt, unverhältnismäßig hohe Zahlungen im Rahmen eines Aktienvergütungssprogramm erhalten zu haben. Bei seinem Amtsantritt nach dem Skandal um Ghosn hatte er noch versprochen, Besserungen bei der Unternehmensführung und der internen Kontrolle vorzunehmen.

Renault hält an seinem asiatischen Partner 43 Prozent, der umgekehrt mit 15 Prozent an den Franzosen beteiligt ist. Nissan ist die Dominanz von Renault schon länger ein Dorn im Auge.

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