Renault und Nissan wollen Auto-Allianz retten

Reuters

Yokohama (Reuters) - Renault und Nissan wollen ihre ins Wanken geratene Autoallianz kitten.

Renault und Nissan wollen Auto-Allianz retten

Die beiden Konzerne und ihr Juniorpartner Mitsubishi vereinbarten am Donnerstag, die Aufgaben künftig untereinander aufzuteilen. Demnach soll Renault in Europa, Nissan in China und Mitsubishi in Südostasien die Führung übernehmen, wie Nissan-Chef Makoto Uchida im Anschluss an ein Treffen in Yokohama vor Journalisten sagte. "Wir alle teilen das Gefühl der Dringlichkeit", fügte Renault-Präsident Jean-Dominique Senard hinzu. Die überarbeitete Rahmenvereinbarung soll im Mai bekanntgeben werden. Dabei soll an den Überkreuzbeteiligungen der Konzerne nicht gerüttelt werden.

Die Dreier-Allianz bröckelt seit dem Rausschmiss von Carlos Ghosn, der bis dahin alle Fäden in der Hand hielt. Der einst gefeierte Manager war im Herbst 2018 von japanischen Behörden festgesetzt und angeklagt worden. Er steht in Japan wegen Untreue und finanziellen Fehlverhaltens beim Renault-Partner Nissan unter Anklage. Der 65-Jährige hatte sich kurz vor Silvester unter spektakulären Umständen in den Libanon abgesetzt, wo er aufgewachsen ist.

Nissan dringt seit längerem darauf, dass die Franzosen ihre Dominanz in der Allianz verringern. Renault ist mit 43 Prozent Hauptaktionär bei seinem japanischen Partner. Der ist umgekehrt mit 15 Prozent an den Franzosen beteiligt, allerdings ohne Stimmrecht. Nissan ist wiederum mit einem Drittel der Anteile maßgeblich an Mitsubishi beteiligt. Das Übergewicht der Franzosen hat in Japan für Spannungen gesorgt. Renault, an dem der französische Staat beteiligt ist, wurde die Absicht zur Fusion mit Nissan unterstellt, wofür sich Ghosn eingesetzt haben soll. Dieser Streit soll mit ein Grund für dessen abruptes Karriereende sein.

Zu dem Friedensschluss dürfte beigetragen haben, dass alle drei Autobauer unter Druck stehen, seit die Rivalen Fiat Chrysler und PSA ihren Zusammenschluss angekündigt haben. Renault, Nissan und Mitsubishi hatten sich zeitweise ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Volkswagen um die Krone als weltgrößter Autobauer geliefert. Vor allem Nissan hatte im vergangenen Jahr aber mehr mit den Folgen der von Ghosn verordneten Expansion zu kämpfen, die auf die Rendite durchschlägt. Insidern zufolge wollen die Japaner deshalb ihren Sparkurs verschärfen. Mehr als 4000 Stellen sollen gestrichen und zwei Werke dichtgemacht werden. "Die Situation ist düster. Es geht um Kopf und Kragen", hatte eine Person aus dem Umfeld der Geschäftsleitung zu Reuters gesagt.

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