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ROUNDUP 2: Deutsche Bank geht mit Traditionsmarke DWS an die Börse

dpa-AFX

(Aussagen von Deutsche-AM-Chef Nicolas Moreau zu Namensumstellung, Übernahmen und Mitarbeitern)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank buhlt mit ihrer gut 60 Jahre alten Fondsmarke DWS künftig weltweit um das Geld der Anleger. Der Name Deutsche Asset Management, wie die Vermögensverwaltung offiziell noch heißt, wird von kommendem Jahr an verschwinden. Mit der Umbenennung bereitet sich die Sparte auf ihren Börsengang vor, mit dem für das kommende Jahr gerechnet wird.

Die Deutsche Bank hatte die DWS 1956 zusammen mit Partnern als Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen gegründet. Erst viel später landete die Fondsgesellschaft dann unter dem Dach der Deutsche Asset Management.

Zwei Marken zu unterhalten sei teuer, und die DWS sei in der Investmentwelt respektiert, begründete Spartenchef Nicolas Moreau am Dienstag die Rückkehr zu den Wurzeln. Er räumte allerdings ein, dass der Name nicht überall auf der Welt einer breiten Öffentlichkeit geläufig sei. "Es wird sicherlich drei bis fünf Jahre dauern, die Marke in die Köpfe der Leute zu bekommen, aber wir denken ja auch langfristig."

Auf einem Kapitalmarkttag in London rührte Moreau die Werbetrommel bei Investoren. "Es gibt viel Interesse aus der ganzen Welt", sagte Moreau. Erwartet wird, dass die Deutsche Bank ein Viertel ihrer Anteile an die Börse bringt. Das soll zum einen geschätzte knapp zweieinhalb Milliarden Euro in die Kasse der Bank spülen, zum anderen der Vermögensverwaltung mehr Freiheiten eröffnen beim Gewinnen neuer Kunden.

Nicht nur die Marke DWS signalisiert dabei die Verbundenheit zum Heimatmarkt. Auch wird das Geschäft nach dem Börsengang weiterhin aus Frankfurt geführt, wo der Großteil des achtköpfigen Führungsteams sitzen wird.

Auch an anderer Stelle setzt die Deutsche Bank nach dem Börsengang auf Kontinuität: Durch eine besondere Rechtsform wird das Geldhaus bei der DWS das Zepter fest in der Hand halten. Dazu wird die Vermögensverwaltung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umgewandelt. Diese vor allem bei börsennotierten Familienunternehmen beliebte Struktur erlaubt dem Alteigentümer eine weitgehende Kontrolle, auch wenn sein Anteil am Unternehmen sinken sollte.

Die Deutsche Bank begründete die den Schritt in erster Linie damit, dass die Einflussmöglichkeiten zur Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben gewahrt blieben "Diese Gesellschaftsform ist nicht dazu gedacht, dass die Deutsche Bank die Kontrolle behält, wenn der Anteil auf 5 oder 10 Prozent fällt", stellte Moreau klar. Ab einer bestimmten Schwelle würde das Unternehmen in eine reguläre AG umgewandelt. Ohnehin wolle die Deutsche Bank aber langfristig engagiert bleiben.

Die Umwandlung in eine GmbH & Co. KGaA wird im ersten Quartal 2018 vollzogen. "Der Firmenname steht noch nicht ganz fest, er wird aber DWS enthalten - ohne Deutsche Asset Management", sagte Moreau. Vorsitzender des Aufsichtsrats wird Deutsche-Bank-Rechtsvorstand Karl von Rohr - auch das eine Anbindung an das Mutterhaus.

Neue Investoren, die es für den Börsengang unweigerlich braucht, sollen durch eine hohe Dividende gelockt werden. Mittelfristig ist geplant, 65 bis 75 Prozent des Nettoergebnisses auszuschütten. Dass die Gewinne steigen, dafür sollen höhere Vermögenszuflüsse und Disziplin bei den Kosten sorgen. Zuletzt verwaltete die Deutsche Asset Management rund 700 Milliarden Euro. Mittelfristig rechnet das Management mit jährlichen Neuzuflüssen von 3 bis 5 Prozent.

Mit der Neuaufstellung samt neuem Namen wird auch eine Scharte aus der jüngsten Vergangenheit ausgewetzt: Als die Deutsche Bank im Herbst 2016 in unruhiges Fahrwasser geriet und Sorgen um die Kapitalausstattung der Frankfurter aufkamen, zogen Anleger auch Gelder bei der Deutschen Asset Management ab. Diese Probleme, darauf verweist das Management heute, seien überwunden.

Wachsen will die neue DWS unter anderem in Asien und hier vor allem in Japan. Dazu sind auch Zukäufe möglich, allerdings her kleinerer Art. "Ich werde nicht mit meinem Scheckbuch um die Welt ziehen", sagte Moreau. "Wir werden keine Deals machen, die das Unternehmen insgesamt verändern. Wir werden gezielt zukaufen, um uns zu verstärken."/das/stw/jha/

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