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ROUNDUP 2: Digitalwachstum macht ProSiebenSat.1 zuversichtlicher - Aktie steigt

dpa-AFX

(neu: Aussagen CEO, Analyst)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 steckt sich für die kommenden Jahre höhere Ziele und vertraut dabei noch stärker auf das Digitalgeschäft. Das Unternehmen hob seinen Ausblick für 2018 beim Umsatz und einer wichtigen Gewinnkennzahl an. Die Erlöse sollen von 2,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr bis dahin auf 4,2 Milliarden Euro steigen, wie der Konzern am Donnerstag in München mitteilte. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) soll bei rund 1,1 Milliarden Euro landen - nach 847 Millionen Euro im Jahr 2014.

Die Erhöhung der Ziele kam nicht überraschend. ProSiebenSat.1 hatte zuletzt immer wieder betont, beim Erreichen seiner Langfristziele schneller voranzukommen. Konzernchef Thomas Ebeling hatte für den Umsatz im Jahr 2018 bislang knapp 3,4 Milliarden in Aussicht gestellt. Experten hatten allerdings schon seit längerem höhere Erwartungen auf dem Zettel. Die jetzt prognostizierten 4,2 Milliarden Euro liegen aber rund zehn Prozent über der jüngsten Durchschnittsprognose der von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten. Das neue Gewinnziel liegt rund 100 Millionen Euro über dem alten, aber im Rahmen der bisherigen Experten-Erwartungen.

"ProSiebenSat.1 wächst in allen Segmenten schneller als geplant", sagte Ebeling. Vor allem vom Digitalgeschäft verspricht er sich weiter ein kräftiges Wachstum. Insbesondere hier will Ebeling auch weiter zukaufen - ein Fernsehsender sei dagegen kein Übernahmeziel. Die Sendergruppe verdient außer im klassischen TV-Werbegeschäft zunehmend Geld mit verschiedenen Internetplattformen. Zuletzt hatte ProSiebenSat.1 das Vergleichsportal Verivox gekauft und die Übernahme des schwedischen Flugreiseportals Etraveli angekündigt. Am Aktienmarkt kamen die neuen Ziele gut an. Die als Dax -Kandidat geltende Aktie lag am Mittag 2,8 Prozent im Plus.

Bei den erhöhten Umsatz- und Gewinnzielen sollen das Digitalgeschäft und die Produktionssparte den wesentlichen Wachstumsbeitrag liefern. Aber auch das klassische TV-Geschäft soll schneller wachsen und mehr Gewinn abwerfen als bislang geplant.

ProSiebenSat.1 will sich trotzdem unabhängiger vom stark konjunkturabhängigen und deshalb schwankungsanfälligen Fernseh-Werbemarkt machen. Bis 2018 sollen rund die Hälfte der Erlöse außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts erzielt werden. So soll der Digitalbereich im Jahr 2018 einen Umsatzbeitrag von 1,5 Milliarden Euro leisten. DZ-Bank-Analyst Harald Heider sieht aber vor allem im Online-Geschäft rund ums Reisen einen harten Wettbewerb und entsprechende Risiken.

Trotz der Investitionen in den Ausbau des Digitalgeschäfts hält ProSiebenSat.1 an seiner Dividendenpolitik fest und will weiter 80 bis 90 Prozent des um Sondereffekte bereinigten Gewinns ausschütten. Damit können sich die Anleger auf weiter steigende Dividenden einstellen. Zuletzt hatte das Unternehmen 1,60 Euro je Aktie bezahlt. Die von Bloomberg befragten Analysten rechnen für das laufende Jahr mit einer Erhöhung auf 1,82 Euro. Für 2018 gehen sie von 2,23 Euro aus./zb/fri/enl/fbr

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Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 49 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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