ROUNDUP 2: Siltronic begrüßt höheres Kaufgebot von Globalwafers

dpa-AFX

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das Führungsgremium des Waferherstellers Siltronic hat sich für das nochmals erhöhte Übernahmeangebot des taiwanischen Chip-Zulieferers Globalwafers ausgesprochen. Der Vorstand begrüße das aufgestockte Kaufgebot und halte die Offerte insgesamt für attraktiv, teilte Siltronic am Samstagabend mit. Das Unternehmen verwies darauf, dass der nun angehobene Angebotspreis einer Erhöhung von 16 Prozent zum ursprünglichen Gebot entspreche.

Globalwafers hatte am Samstag mitgeteilt, statt wie zuletzt 140 Euro würden den Siltronic-Aktionären nun für alle ausstehenden Stammaktien 145 Euro je Anteilsschein gezahlt. Dies sei das "endgültige Übernahmeangebot", hieß es. Erst am Freitag hatte Globalwafers die Offerte von 125 auf 140 Euro erhöht.

Alle anderen Bedingungen des Übernahmeangebots blieben unverändert. Die Aktionäre können damit weiterhin bis zum 27. Januar überlegen, ob sie die Offerte annehmen. Wafer sind dünne Scheiben aus Silizium, die als Grundplatte für elektronische Bauelemente wie Mikrochips dienen.

Der Großaktionär Wacker Chemie hatte bereits im Dezember vertraglich zugesichert, seinen knapp 31 Prozent Anteil an Siltronic abzugeben, was knapp 1,2 Milliarden Euro in die Kasse spülen würde. Zudem hatte Globalwafers im Dezember eine Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent genannt. Insgesamt hält der Konzern laut der Mitteilung vom Freitag derzeit 4,53 Prozent an Siltronic.

Für den Fall, dass es zu einer erfolgreichen Übernahme kommt, hatte Globalwafers angekündigt, dass deutsche Siltronic-Standorte bis Ende 2024 vor Schließungen ebenso geschützt sind wie die Mitarbeiter in Deutschland vor betriebsbedingten Kündigungen.

Taiwan ist neben China das wichtigste Herstellerland für die Halbleiterelemente. In der deutschen Automobilindustrie gibt es derzeit einen Mangel an Mikrochips und Sensoren. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wandte sich deshalb per Brief an die taiwanische Regierung und bat um Hilfe bei der Lösung der derzeitigen Versorgungsprobleme, wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtete. Das sei für ihn "von herausragender industriepolitischer Bedeutung", da sonst die wirtschaftliche Corona-Erholung der Branche gefährdet werde.

Der Verband der Automobilindustrie war an Altmaier herangetreten, weil der Chip-Mangel die Autoproduktion erheblich beeinträchtigt. Hintergrund ist unter anderem eine hohe Nachfrage nach Halbleitern: Das Autogeschäft hat sich nach dem Corona-Einbruch früher als erwartet belebt, während andere Branchen wie Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik ebenfalls versorgt werden wollen./edh/brd/DP/edh

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