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ROUNDUP 2: Türkische Lira im freien Fall - Neuer Druck aus den USA

dpa-AFX

ISTANBUL (dpa-AFX) - Nach einer neuen Eskalation zwischen der Türkei und den USA hat sich der Verfall der türkischen Landeswährung Lira rasant beschleunigt. Der Dollar stieg am Freitagnachmittag auf ein neues Rekordhoch - für einen Dollar wurden 6,87 Lira fällig. Im Gegenzug wertete die Lira gegenüber dem Dollar um bis zu 15 Prozent ab.

Ein von Finanzminister Berat Albayrak vorgestelltes Maßnahmenpaket für die angeschlagene türkische Wirtschaft hatte Investoren nicht überzeugt und die Verunsicherung beschleunigt. Noch während Albayraks Rede kündigte US-Präsident Donald Trump zudem einen schärferen Kurs an.

Trump teilte auf Twitter mit: "Ich habe gerade eine Verdoppelung der Zölle auf Stahl und Aluminium hinsichtlich der Türkei bewilligt." Die Beziehungen zur Türkei seien nicht gut. Die USA fordern die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Die Affäre hatte zum Absturz der Lira stark beigetragen.

Zuvor hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Westen für den Verfall der Lira verantwortlich gemacht und die Bevölkerung aufgerufen, Dollar und Euro in die Landeswährung umzutauschen. Er sprach erneut von einem "Wirtschaftskrieg" und erhob den Westen zum Feindbild. "Die, die Dollar, Euros, Gold unter dem Kissen haben - geht und wechselt es in türkische Lira in unseren Banken", sagte Erdogan im nordtürkischen Bayburt am Freitag. Solidarität werde die wichtigste Reaktion auf den Westen sein. Die Krise sei "künstlich".

Albayrak betonte, die Regierung unterstütze voll eine "unabhängige Geldpolitik". Sie wolle das Vertrauen in die Lira verbessern und werde die Inflation effektiv bekämpfen. Außerdem werde das Budget gestrafft. Wie genau die Regierung das anstellen will, ging aus der vage gehaltenen Rede aber nicht hervor.

Gegenüber dem Euro hat die Lira seit Januar mehr als ein Drittel an Wert verloren. Am Morgen war sie auf einen neuen Tiefstand gestürzt. Im Handel mit dem US-Dollar kam es zeitweise zum Einbruch um 13,5 Prozent. Im Handel mit dem Euro wurden erstmals mehr als sieben Lira für einen Euro gezahlt.

Die Währungskrise in der Türkei hat am Freitag auch die Wall Street belastet. Der beschleunigte Kursverfall löste Unruhe an den Finanzmärkten aus. Befürchtet wird, dass sich viele türkische Kreditnehmer nicht ausreichend gegen den Kursverfall der heimischen Lira abgesichert haben könnten. Somit könnten Zahlungsprobleme bei den auf Euro oder Dollar laufenden Krediten drohen./erg/DP/bgf

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