ROUNDUP 2: Viele Tote und Dutzende Verletzte bei Bergwerksunglück in Sibirien

dpa-AFX

KEMEROWO (dpa-AFX) - Bei einem schweren Unglück in einem russischen Kohlebergwerk sind im Westen Sibiriens mindestens elf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In der Grube seien noch immer 46 Menschen, zu denen der Kontakt fehle, teilte der Gouverneur des Gebiets Kemerowo, Sergej Ziwiljow, am Donnerstag mit. Wegen Explosionsgefahr wurden die Rettungsarbeiten vorübergehend unterbrochen. Zudem brach nach Angaben des Zivilschutzministeriums der Kontakt zu mehreren Rettungskräften ab. Nach ihnen werde gesucht.

Insgesamt wurden 239 Arbeiter aus dem Schacht "Listwjaschnaja" im Kusnezker Kohlebecken (Kusbass) gerettet, mehr als 60 von ihnen mussten in Krankenhäusern behandelt werden, wie der Gouverneur mitteilte. In dem Bergwerk hatte sich am Morgen aus zunächst unbekannter Ursache eine Explosion ereignet. Ziwiljow setzte eine dreitägige Trauer in der Region an - von diesem Freitag bis Sonntag.

Der Zustand der Bergarbeiter im Schacht war zunächst unklar. Die Grubengänge seien stark mit Rauch gefüllt, hieß es. Die Arbeiter könnten sich nicht selbst retten. Das teilte Gouverneur Ziwiljow nach einer Videokonferenz mit dem russischen Zivilschutzminister Alexander Tschuprijan mit. Auch der Minister reiste in die Region.

Die Explosion soll sich in 250 Metern Tiefe ereignet haben. Der russische Präsident Wladimir Putin drückte den Angehörigen der Opfer der "Tragödie" sein Beileid aus und ordnete an, den Hinterbliebenen und Überlebenden zu helfen. "Die Lage wird leider nicht leichter. Es gibt auch eine Gefahr für das Leben der Rettungskräfte", sagte Putin. "Wir hoffen, dass es gelingt, so viele Menschen wie möglich zu retten."

Die Arbeit im Kohlebergbau in Russland gilt als lebensgefährlich. Wegen Verstößen gegen elementare Sicherheitsvorschriften kommt es dort immer wieder zu schweren Unglücken. Oft explodiert etwa Methangas. Das leicht entzündliche Grubengas wird durch die Arbeiten im Bergbau freigesetzt und sammelt sich bei schlechter Belüftung in den Schächten und Strecken an./mau/DP/stw

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