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ROUNDUP 3: Daimler-Vorstandsfrau Hohmann-Dennhardt wechselt zum VW-Konzern

dpa-AFX

(Neu: Mehr Details)

WOLFSBURG/STUTTGART (dpa-AFX) - Schützenhilfe aus Stuttgart: Volkswagen darf sich im Kampf gegen die Folgen der Abgas-Affäre beim Konkurrenten Daimler bedienen und holt die dortige Vorstandsfrau für Integrität und Recht in selber Funktion zu sich. Christine Hohmann-Dennhardt beendet ihren Vertrag gut ein Jahr früher als vorgesehen und wechselt zum 1. Januar 2016 in die Führungsetage der Wolfsburger - als erste Frau in der Geschichte des VW -Vorstands überhaupt. Das teilten die beiden Autobauer am Freitag übereinstimmend mit. Volkswagen hatte bereits zuvor erklärt, an dem neuen Ressort und dessen Besetzung zu arbeiten.

Mit dem Skandal um manipulierte Abgaswerte, sich abzeichnende Klagen und Strafzahlungen warten große Aufgaben auf die 65 Jahre alte Rechtsexpertin. Außerdem soll Hohmann-Dennhardt neue Pfähle einschlagen, um ähnliche Verfehlungen in dem Konzern mit seinen weltweit 600 000 Mitarbeitern künftig zu verhindern. Wer ihr bei Daimler im Vorstand an der Spitze des Rechtsressorts nachfolgt, ist noch unklar. Dies sei Sache des Aufsichtsrats, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Konzerns.

PROMOVIERTE JURISTIN

"Wir freuen uns, dass wir Frau Dr. Hohmann-Dennhardt für diese verantwortungsvolle Aufgabe gewinnen konnten und auf ihre herausragende Fachkompetenz und Erfahrung bauen können", sagte der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch. "Zugleich danken wir der Daimler AG, dass sie Frau Dr. Hohmann-Dennhardt auf unsere Bitte vorzeitig aus ihrem Vertrag entlassen hat."

Ursprünglich stand Hohmann-Dennhardt bis Februar 2017 bei dem Wettbewerber aus Stuttgart in der Pflicht. Die promovierte Juristin soll Volkswagen helfen, den Abgas-Skandal rasch zu bewältigen.

STATION BEIM BUNDESVERFASSUNGSGERICHT

Neben ihrer Funktion als Richterin am Bundesverfassungsgericht war Hohmann-Dennhardt auch hessische Justizministerin für die SPD. Der schwäbische Autobauer holte sie 2011 als erste Frau in den Vorstand, nachdem der Konzern wenige Monate zuvor einen jahrelang schwelenden Rechtsstreit wegen Schmiergeldzahlungen mit den US-Behörden zu den Akten gelegt hatte. Daimler bekannte sich damals bei einem Vergleich schuldig, über zehn Jahre hinweg in mindestens 22 Ländern Regierungsbeamte für lukrative Aufträge bestochen zu haben.

Daimlers Aufsichtsratschef Manfred Bischoff sagte: "Wir danken Christine Hohmann-Dennhardt für die hervorragende Arbeit, die sie bei der Daimler AG geleistet hat, und wünschen ihr bei ihrer neuen Tätigkeit den größtmöglichen Erfolg."/loh/fri/wdw/DP/stb

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