ROUNDUP/Airbus-Betriebsrat: 'Kündigungen sind vom Tisch'

dpa-AFX

MÜNCHEN/HAMBURG (dpa-AFX) - Bei Airbus in Deutschland wird es laut Konzernbetriebsrat in der Corona-Krise keine betriebsbedingten Kündigungen geben. "Die Kündigungen sind vom Tisch", teilte der Betriebsrat am Donnerstag in München mit. Angebote zum freiwilligen Ausscheiden seien so gut angenommen worden, dass es gelungen sei, "die größte Krise in der Geschichte des Unternehmens ohne Entlassungen zu überwinden", erklärte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Holger Junge. Die Kündigungen hätten vor allem den zivilen Flugzeugbau von Airbus in Norddeutschland getroffen.

Airbus teilte nach einem Treffen mit dem europäischen Betriebsrat mit, es solle in Frankreich, Deutschland und Großbritannien keine Kündigungen geben. Die ergriffenen Maßnahmen zur sozialen Abfederung zeigten Wirkung. Wegen der Reisebeschränkungen und dem Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise hat der europäische Flugzeughersteller seine Produktion um 40 Prozent gedrosselt. Im vergangenen Juli hatte das Unternehmen angekündigt, weltweit 15 000 Stellen abzubauen - davon 5100 der 50 000 Stellen in Deutschland.

Davon wären die meisten auf Norddeutschland entfallen, vor allem auf das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder mit seinen rund 15 000 Beschäftigten. In den vergangenen Wochen haben nach Angaben der IG Metall bereits mehr als 1000 Beschäftigte in Finkenwerder, aber auch in Stade, Bremen und Buxtehude ein Angebot zum freiwilligen Verlassen der Firma angenommen.

Der Betriebsrat und die IG Metall hätten mit dem Airbus-Management vereinbart, zur Überbrückung der restlichen Auslastungslücken die Vereinbarung zur Kurzarbeit bis Ende 2021 zu verlängern, sagte Junge. Das Kurzarbeitergeld werde bis zur Beitragsbemessungsgrenze auf 82 Prozent des Entgelts aufgestockt. Ab 2022 sei eine kollektive Arbeitszeitverkürzung" möglich. Die Entscheidung darüber liege bei den Betriebsparteien vor Ort. Bei Stellenwechseln innerhalb des Konzerns sei das bisherige Entgelt abgesichert.

Der IG-Metall-Bezirk Küste wollte am Donnerstag um 11.00 Uhr über das Ergebnis der Verhandlungen berichten. Zuletzt hatte Airbus-Finanzchef Dominik Asam gesagt, dass wegen des Kurzarbeitergeldes in Deutschland und Frankreich und staatlicher Fördermittel für die Forschung "ein paar Tausend Stellen" weniger wegfallen könnten.

Auch "die umfangreiche Inanspruchnahme des Freiwilligenprogramms aus dem Sozialplan hat den radikalen Kahlschlag verhindert", erklärte der Betriebsrat. "Unsere Arbeitsplätze sind sicher! Die Unternehmensleitung hat dem KBR mitgeteilt, keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen auszusprechen", teilten Junge und sein Stellvertreter Thomas Pretzl mit./fko/DP/stw

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