ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Wenig Bewegung - Konsolidierung ist angesagt

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Mittwoch kaum von der Stelle gekommen. In der ersten Handelsstunde sank der deutsche Leitindex um 0,09 Prozent auf 13 912,36 Punkte. Damit bleibt das Geschäft wie schon am Vortag träge. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen kam zur Wochenmitte mit einem Minus von 0,01 Prozent auf 31 185,27 Punkte ebenfalls kaum von der Stelle. Gleiches galt für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit einem Minus von 0,02 Prozent auf 3611,33 Zähler.

"Abwarten und Kasse halten bleibt vorerst die Generallinie für die unmittelbare Zukunft", heißt es im Börsenbrief "Bernecker-Daily". Auch für die Experten der Commerzbank "ist derzeit Konsolidierung das Hauptthema". Die Anleger wägten Wachstumsbedenken wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen ab gegen die Aussicht auf weitere Hilfsmaßnahmen unter Führung von Joe Biden, der in einer Woche das Amt des US-Präsidenten übernehmen wird. Außerdem warten die Anleger gespannt auf die zum Wochenende hin anlaufende US-Berichtssaison.

Rund um Bidens Amtsübernahme werden nach den jüngsten Krawallen von Anhängern des abgewählten Amtsinhabers Donald Trump weitere Unruhen befürchtet. Derweil soll an diesem Mittwoch im Repräsentantenhaus eine Abstimmung über ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump stattfinden. Allerdings wird die Zeit knapp, um dieses binnen weniger Tage noch durchzuführen. Eine sofortige Absetzung über einen Zusatzartikel der Verfassung lehnte Vizepräsident Mike Pence offiziell ab.

Im Dax waren Aktien der Deutschen Post mit gut zwei Prozent der Favorit der Anleger. Sie hatten bereits am Dienstag von angehobenen Zielen des Logistikkonzerns profitiert - nun stießen auch Aussagen der Unternehmensführung zur erwarteten Geschäftsentwicklung auf ein positives Echo.

Dagegen konnte Delivery Hero nicht von Jahreszahlen des Konkurrenten Just Eat Takeaway profitieren: Die Aktien des deutschen Essenslieferdienstes büßten als Schlusslicht fast zwei Prozent ein.

Am MDax-Ende verloren ProSiebenSat.1 -Titel knapp fünfeinhalb Prozent. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem guten Lauf und Aktienverkäufen durch KKR. Seit Ende Oktober hatten die Papiere des Medienkonzerns um fast die Hälfte ihres Werts zugelegt und jüngst ein Hoch seit November 2019 erreicht. Am Dienstag nach Handelsschluss hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Angebotsunterlagen vom Verkauf von elf Millionen Aktien durch den Finanzinvestor berichtet.

Im SDax belegte Nordex mit einem Kursgewinn von fast zwei Prozent einen der vorderen Plätze. Die zuletzt unter Gewinnmitnahmen leidenden Titel des Windturbinenherstellers erhielten viel frischen Rückenwind von einem Großauftrag aus Brasilien.

Cropenergies -Papiere verteuerten sich um knapp vier Prozent. Die Südzucker -Tochter legte vollständige Zahlen für die ersten neun Monate des vergangenen Geschäftsjahres vor, die Händlern zufolge den bereits Mitte Dezember vorgelegten Eckdaten entsprachen. Bei dieser Gelegenheit hatte der Biosprit-Hersteller zudem die Jahresziele auch aufgrund der Corona-Pandemie deutlich zusammengestrichen.

Dagegen rutschte SMA Solar angesichts weiterer Gewinnmitnahmen mit minus 4,7 Prozent ans SDax-Ende. Als Auslöser sahen Beobachter die gestrichene Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies. Für deren Experten Constantin Hesse sind die Aktien des Solarunternehmens nach einer Verdreifachung ihres Werts seit Anfang August reif für eine Verschnaufpause.

Negative Analystenkommentare belasteten auch den Doc-Morris-Konkurrenten Shop Apotheke und den Autozulieferer Schaeffler : Ihre Anteilsscheine zählten mit Kursabschlägen von jeweils über drei Prozent zu den schwächsten Werten in MDax und SDax./gl/mis

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