ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Anleger verdrängen steigende Anleiherenditen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger haben am Mittwoch bei deutschen Aktien die zuletzt spürbaren Sorgen vor einer steigenden Inflation wieder etwas verdrängt. Dabei ebnete es den Weg, dass sich die tonangebenden US-Börsen nach schwächerem Start aufrafften und zumindest die Standardwerte an der Wall Street klar ins Plus drehten.

Nach den Verlusten der vergangenen zwei Handelstage legte der Dax letztlich um 0,80 Prozent auf 13 976,00 Punkte zu. Er ging damit nur unweit seines Tageshochs aus dem Handel. In der Spitze fehlten ihm nur zwei Zähler zu einem Test der 14 000-Punkte-Marke. Der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen legte um 0,36 Prozent auf 31 758,67 Punkte zu.

Beruhigende Worte von US-Notenbankchef Jerome Powell vom Vortag hätten zur Wochenmitte vom Start weg positiv nachgewirkt, hieß es am Markt. Laut Marktbeobachter Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets blieb die Inflationsangst aber ein heiß diskutiertes Thema, zeitweise drohten erneut gestiegene Anleiherenditen der Erholung einen Riegel vorzuschieben. Bei zehnjährigen US-Staatsanleihen erreichte diese am Mittwoch mit 1,43 Prozent zeitweise einen einjährigen Höchststand.

Stützend wirkte am Mittwoch auch, dass die deutsche Wirtschaft zum Jahresende trotz erneuter Corona-Beschränkungen stärker gewachsen ist als zunächst angenommen. In der größten Volkswirtschaft der Eurozone stieg das Bruttoinlandsprodukt im Quartalsvergleich um 0,3 Prozent, nachdem zuvor nur ein Wachstum von 0,1 Prozent gemeldet worden war.

Unter den Einzelwerten standen weiter die Reisewerte mit einer voranschreitenden Erholung im Blick. Für die Aktien von Fraport ging es im MDax um 6,3 Prozent hoch auf das höchste Niveau seit Anfang März. Jene der Lufthansa legten um 3,5 Prozent zu.

Erneut gab es auch kräftige Gewinne für Aktien aus der Flugzeugindustrie: Airbus kletterten um 3,8 Prozent und MTU stiegen an der Dax-Spitze um sechs Prozent. Bei dem Triebwerksbauer gab Analyst David Perry von JPMorgan am Mittwoch seine negative Haltung auf.

Auf der Verliererseite standen nach schwankendem Verlauf erneut die vermeintlichen Gewinner der Corona-Krise, die seit Tagen schon abverkauft werden. Für die Papiere der Shop Apotheke , von Zalando und Delivery Hero ging es am Ende um jeweils drei Prozent oder etwas mehr nach unten.

Nachrichtlich standen vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe im Blick. Die Aareal Bank lieferte zwar durchwachsene Jahreszahlen, überzeugte den Markt aber mit einem optimistischen Ausblick und dem Dividendenziel. Immer mehr Anleger stiegen auf diesen Zug auf und so brachten es die Papiere des Immobilienfinanzierers letztlich auf einen Kurssprung um 16,8 Prozent. Die Papiere der Deutschen Pfandbriefbank folgten dem im SDax um 11,4 Prozent nach oben.

Im MDax gehörten Telefonica Deutschland mit einem Abschlag von 3,1 Prozent zu den großen Verlierern. Hier waren es Händlern zufolge in erster Linie die Aussagen zum erwarteten operativen Jahresergebnis 2021, die enttäuschten.

Die Aktien von Puma büßten 2,1 Prozent ein, nachdem der Sportartikelhersteller mit seinen Aussagen zum Umsatz im laufenden Jahr enttäuschte. So rechnet das Management mit nur moderaten Steigerungen, während am Markt deutlich mehr erwartet worden war.

Ansonsten machten die Papiere von Corestate Capital im SDax mit minus 9,3 Prozent einen kräftigen Satz nach unten. Der Immobilien-Investmentmanager verfehlte ergebnisseitig die eigenen Schätzungen für 2020 und meldete sogar einen Konzernverlust auf bereinigter Basis.

Auf europäischer Bühne brachte der EuroStoxx 50 mit 3705,99 Punkten ein Plus von gut einem halben Prozent über die Ziellinie. In Paris und London schlossen die Leitindizes ebenfalls höher. Der Dow Jones Industrial gewann in New York zuletzt etwa 0,7 Prozent. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 konnte dort sein erneutes Minus zumindest deutlich reduzieren.

Der Euro gab nach und wurde zuletzt mit 1,2143 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2146 (Dienstag: 1,2143) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8233 (0,8235) Euro.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,35 Prozent am Vortag auf minus 0,36 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 144,84 Punkte. Der Bund-Future sank zuletzt um 0,14 Prozent auf 174,11 Punkte./tih/he


Von Timo Hausdorf, dpa-AFX

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