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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax etwas höher - Adidas-Kurssprung hilft

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Donnerstag einmal mehr nicht groß auf Touren gekommen. Wie schon an den vergangenen Tagen schwankte der deutsche Leitindex wieder im engen Rahmen zwischen Gewinnen und Verlusten. Letztlich behauptete sich das Kursbarometer dann mit 0,34 Prozent auf 12 676,11 Punkte über der Gewinnschwelle. Eine große Stütze waren ihm dabei die nach der Zahlenvorlage hoch gesprungenen Adidas -Aktien.

"Der Dax hat mit seiner erneut saft- und kraftlosen Vorstellung am Donnerstag bestätigt, was man bereits ahnen konnte: er ist im Sommerurlaub", sagte Marktbeobachter Jens Klatt. Die Experten von CMC Markets sehen den Leitindex zwischen 12 717 und 12 535 Punkten wie festgenagelt. Falle eine der beiden Grenzen, dürfte die nächste Richtung bestimmt werden, bis dahin drohe weiter eine impulsarme Sommerzeit.

Etwas mehr Dynamik zeigten am Donnerstag immerhin die Indizes der Nebenwerte. So gewann der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen 0,71 Prozent auf 26 984,33 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax legte ebenfalls um 0,71 Prozent auf 2947,86 Punkte zu.

Europaweit war das Bild uneinheitlich: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 und der Pariser Cac 40 brachten jeweils ein nur denkbar knappes Plus von 0,02 beziehungsweise 0,01 Prozent ins Ziel, während der britische FTSE nach seinen Vortagsgewinnen knapp ein halbes Prozent leichter schloss. In New York stand der Dow Jones Industrial zu Handelsschluss in Europa moderat im Minus.

Die politischen Brandherde blieben im Fokus der Anleger, ohne den Markt groß zu bewegen. Am Vortag schon hatte sich der internationale Handelsstreit mit angekündigten neuen US-Zöllen und entsprechenden Vergeltungszöllen Chinas zugespitzt. Am Donnerstag nun kündigten die USA weitere Sanktionen gegen Russland im Fall des vergifteten früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal an.

Gleich vier Konzerne aus der ersten deutschen Börsenliga berichteten am Donnerstag über ihre jüngste Geschäftsentwicklung. Unter seinen Anlegern sorgte dabei nur Adidas mit einem Kurssprung um 9,42 Prozent für Freude. Großes Lob heimste der Sportartikelkonzern am Markt vor allem mit einer überraschend stark angestiegenen Profitabilität ein. Im MDax wurden Puma davon mit einem Anstieg um 4,5 Prozent mit beflügelt.

Anfängliche Ernüchterung bei den Anlegern des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA wegen eines Gewinnrückgangs wich am Nachmittag dem vorsichtigen Optimismus. Letztlich konnten sich die Aktien leicht mit 0,27 Prozent über der Gewinnschwelle ins Ziel retten. Analyst Bernhard Weininger von Independent Research setzt nun auf mehr Dynamik im zweiten Halbjahr.

Andere Zahlenvorlagen von Dax-Werten kamen weniger gut an. Bei der Deutschen Telekom ging es nach einem vom starken Euro gebremsten Quartal, aber einer erhöhten Ergebnisprognose verhalten zu. Die Papiere bewegten sich letztlich mit einem knappen Abschlag von 0,07 Prozent am Ende nur wenig von der Stelle.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Thyssenkrupp mit minus 1,72 Prozent. Börsianer sahen die Kennziffern unter den Erwartungen. Das Zahlenwerk zeige erneut, dass der Industriekonzern sich im Umbau befinde, schrieb Analyst Christian Obst von der Baader Bank in einer Studie.

Im MDax erholten sich die Papiere des Online-Modehändlers Zalando mit plus 4,7 Prozent von ihren Verlusten der vergangenen Tage. Die Dürr -Aktie mauserte sich dort nach Anfangsschwierigkeiten mit plus 5,1 Prozent zum größten Gewinner: Diverse Experten wie Sebastian Ubert von der Societe Generale hatten sich optimistisch über den weiteren Jahresverlauf geäußert.

Die Papiere des Werbedienstleisters Ströer und der Kupferhütte Aurubis gingen nach Zahlen mit minus 5 beziehungsweise minus 3,3 Prozent auf Tauchstation.

Im TecDax waren die Aktien von Evotec mit plus 5,6 Prozent vorne, nachdem das Biotechunternehmen seine Gewinnprognose trotz höherer Forschungsausgaben bestätigt hatte. Die Anteile des Solartechnik-Konzerns SMA Solar dagegen brachen nach Zahlen um 11 Prozent ein. Am Markt wird es offenbar skeptischer gesehen, dass sich das Unternehmen trotz mancher Widrigkeiten auf Kurs zu den Jahreszielen sieht.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 141,15 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,25 Prozent auf 162,57 Punkte. Der Euro gab mit zuletzt 1,1563 US-Dollar etwas nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,1593 (Mittwoch: 1,1589) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8626 (0,8629) Euro./tih/he


Von Timo Hausdorf, dpa-AFX

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