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ROUNDUP/Bundesagentur: Ein Fünftel mehr Hartz IV-Empfänger aus Krisenländern

dpa-AFX

NÜRNBERG/BERLIN (dpa-AFX) - Die wachsende Zahl von Flüchtlingen bekommen nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zunehmend auch die deutschen Jobcenter zu spüren. Im Juni lag die Zahl der Hartz-IV-Bezieher aus Krisenländern um 23 Prozent höher als vor einem Jahr, geht aus BA-Unterlagen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Die Zahl der syrischen Flüchtlinge, die auf Hartz IV angewiesen seien, habe sich in dem Zeitraum sogar mehr als verdoppelt. Über die Entwicklung hatte zuerst die "Süddeutsche Zeitung" (Freitag) berichtet.

Nach Bundesagentur-Angaben stammte im Juni jeder 16. Hartz-IV-Bezieher aus einem, sogenannten Asylzugangsland; nicht alle, aber die meisten davon dürften nach BA-Einschätzung Flüchtlinge sein. Vor gut einem Jahr war es nur jeder 20. Insgesamt hatten im Juni 435 800 Menschen aus Krisenländern Arbeitslosengeld II bezogen - und damit 82 500 mehr als vor einem Jahr. Mehr als 66 000 stammten aus Syrien, mehr als 38 000 aus dem Irak und rund 27 000 aus Afghanistan, geht aus den neuesten BA-Zahlen hervor.

Der Zuwachs geht der Statistik zufolge vor allem auf das Konto von Syrern. Binnen Jahresfrist stieg die Zahl der von den Jobcentern betreuten Syrer um knapp 36 600 oder 123 Prozent auf 66 200. Auch in Deutschland lebende Eritreer, Afghanen und Somalier finden hier anscheinend nur schwer einen Job - und sind der Statistik zufolge öfters auf Hartz IV angewiesen.

Die Entwicklung kommt für die Bundesagentur angesichts des seit Monaten anhaltenden Flüchtlingsstroms nicht überraschend. Für 2016 stellt sich die Bundesagentur im Jahresschnitt auf rund 130 000 zusätzliche arbeitslose Flüchtlinge ein. Die Bundesagentur will daher das Personal in den Arbeitsagenturen und Jobcentern massiv aufstocken, hatte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise erst jüngst angekündigt. Die Jobcenter sollen im kommenden Jahr rund 2000 zusätzliche Mitarbeiter erhalten. Die Arbeitsagenturen sollen zusätzlich zu den bereits genehmigten 200 Jobvermittlern mit 700 weiteren Kräften verstärkt werden.

Die Bundesagentur-Führung geht aber davon aus, dass rund 90 Prozent der anerkannten Flüchtlinge zunächst auf Hartz IV angewiesen sein und daher von den Jobcentern betreut werden. Derzeit würden die Mitarbeiter für die Betreuung von Flüchtlingen gezielt geschult. Neben Sprachkursen absolvierten Jobvermittler auch Kurse, in denen sie mit dem kulturellen Hintergrund von Flüchtlingen aus den vier bis fünf wichtigsten Herkunftsländern vertraut gemacht würden. Zudem profitiere die Bundesagentur von der Internationalität ihrer Mitarbeiter. "16 Prozent der BA-Mitarbeiter haben einen Migrationshintergrund."/kts/DP/stb

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Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 49 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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