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ROUNDUP: Conti überprüft Struktur - 2018 weiter kräftiges Wachstum geplant

dpa-AFX

HANNOVER (dpa-AFX) - Der Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental denkt über seine Aufstellung in der künftigen Automobilindustrie nach. Der Dax-Konzern bestätigte am Dienstagabend im Grundsatz entsprechende Medienberichte. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte gemeldet, Conti prüfe verschiedene Szenarien der künftigen Unternehmensstruktur, von denen auch der Aufbau einer Dachgesellschaft und eine separate Börsennotierung von Geschäftsbereichen eine Möglichkeit sei. Conti betonte am Abend, man befinde sich "in einem frühen Analysestadium", ob sich Änderungen ergäben sei völlig offen. Es gebe auch keine beschlussfähigen Pläne.

Am Aktienmarkt hatten Anleger nach dem Bericht ein Kursfeuerwerk entfacht. Die Conti-Aktie war am späten Mittag an die Dax-Spitze geschnellt und war auch zum Handelsschluss mit einem Kursgewinnen von mehr als fünf Prozent auf 251,30 Euro Spitzenreiter. Zwischenzeitlich hatte die Hoffnung auf eine Conti-Holding, bei der Anleger unterschiedlich in die verschiedenen Bereiche des Unternehmens investieren könnten, die Conti-Aktie auf ein Rekordhoch bei 257,40 Euro getrieben.

Derweil hat der Konzern im vergangenen Jahr weiter von einer robusten Autokonjunktur profitiert. Nach vorläufigen Eckdaten kletterte der Umsatz aus eigener Kraft - also ohne Wechselkurseffekte und Zu- wie Verkäufe - um 8 Prozent auf rund 44 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr soll der Erlös dann auf rund 47 Milliarden zulegen, wie Konzernchef Elmar Degenhart am Abend nach deutschem Börsenschluss auf der Technologiemesse CES in Las Vegas mitteilte. Das ist mehr als Experten dem Unternehmen als neue Richtschnur zugetraut hatten. Der Auftragseingang der Autosparte war 2017 auf über 39 Milliarden Euro gestiegen, nach 35 Milliarden im Vorjahr.

Bei der Ertragskraft machte der Konzern allerdings 2017 keine Fortschritte, die um Sondereffekte bereinigte Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern stagnierte bei 10,8 Prozent. Vor allem Rohmaterialpreise bei Reifen wie etwa für Kautschuk hatten im Jahresverlauf das Ergebnis belastet. Die Reifensparte ist der kleinere der beiden großen Unternehmensteile, liefert aber den Löwenanteil des Gewinns. Im laufenden Jahr soll die Marge konzernweit - fast schon traditionell - mindestens 10,5 Prozent erreichen. Analysten trauen Conti aber bereits 11,3 Prozent zu, auch weil sie nicht mehr in der Größenordnung des Vorjahrs mit Belastungen in der Reifensparte rechnen.

Anleger dürften es bei ihrem Kalkül getrennter Unternehmensteile auch auf die Reifensparte mit ihrer hohen Rendite abgesehen haben. Aber auch das wachsende Conti-Portfolio mit Technologielösungen für Fahrerassistenzsysteme oder Elektromotoren könnte Wachstumsfantasien bedienen. Conti investiert derzeit viel Geld in Zukunftsfelder wie Elektronik und Sensoren.

Vor rund einem Jahr hatte Conti beschlossen, das verbrennungsmotorlastige Geschäft mit den Antriebssträngen nicht - wie etwa der britische Rivale Delphi - abzuspalten, sondern im Konzern zu behalten. Unter Finanzexperten ging aber dennoch weiter die Spekulation um, die Sparte könne aus dem Konzern herausgelöst werden.

Mit dem Aufkommen von Elektromotoren gerät das Geschäft mit herkömmlichen Antriebssträngen absehbar unter Druck. Conti setzt jedoch darauf, dass die Teile rund um den Verbrennungsmotor noch einige Zeit gutes Geld ins Haus bringen, ohne dass man noch viel in die Technik investieren muss. Das Geld können die Hannoveraner dann in Zukunftsfelder stecken.

Noch ist bei Conti allerdings vage die Rede davon, "unsere Organisation noch flexibler auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie auszurichten". Womöglich sind dazu auch verstärkte Partnerschaften möglich. Erst vor dem Jahreswechsel hatte Degenhart Überlegungen zu Investitionen in die kommende Generation von Batterien öffentlich gemacht - wegen des milliardenschweren Geldbedarfs seien dazu aber Partner nötig, sagte er der "Automobilwoche". In dem Bericht von Bloomberg hatte es auch geheißen, nicht ausgeschlossen seien Zusammenlegungen einiger Bereiche mit dem Geschäft von Wettbewerbern.

Ein gewichtiges Wort mitreden könnte dabei aber der Großaktionär, die Industriellenfamilie Schaeffler . Diese hat auch beim Auto- und Industriezulieferer Schaeffler das Sagen. Die Schaefflers besitzen rund 46 Prozent an Conti. Vorausgegangen war ein missglückter Übernahmeversuch, bei dem der fränkische Wälzlagerhersteller in der Wirtschafts- und Finanzkrise vor rund zehn Jahren nahezu in die Pleite geschlittert war.

Am Kapitalmarkt wird die Trennung verschiedener Unternehmensteile von Konzernen derzeit gern gesehen. Zuletzt kündigte etwa der Auto- und Lastwagenbauer Daimler an, sich eine Holdingstruktur geben zu wollen, um die Geschäfte unabhängiger voneinander entwickeln zu können./men/he

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