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ROUNDUP/IPO: Deutsche Annington will 400 Millionen Euro bei Börsengang erlösen

dpa-AFX

BOCHUM (dpa-AFX) - Die jüngste Aktienmarkt-Rally und die hohe Nachfrage nach Immobilientiteln treibt das nächste Unternehmen an die Börse. Die Eigentümer des Wohnimmobilienunternehmens Deutsche Annington wollen wie erwartet das günstige Umfeld nutzen, um Kasse zu machen. Es werde ein Bruttoerlös von rund 400 Millionen Euro erwartet, wie das Unternehmen am Montag in Bochum mitteilte. Der Sprung aufs Parkett soll nach Informationen aus Finanzkreisen so schnell wie möglich erfolgen. Intern wird ein Termin Anfang Juli angestrebt.

Nach dem Börsengang soll sich rund ein Viertel der Aktien in Streubesitz befinden. Neben neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung wollen vor allem die bisherigen Eigentümer, die Finanzinvestoren Terra Firma und CPI Capital Partners Europe, Anteile loswerden. Um Vertrauen zu gewinnen, hat sich das Unternehmen einen prominenten Chefaufseher geholt. Der Aufsichtsrat soll künftig vom früheren Eon-Chef Wulf Bernotat geleitet werden.

AUCH ANNINGTON GILT ALS KANDIDAT FÜR DEN MDAX

Deutsche Immobilienunternehmen sind bei Investoren angesichts der Flucht in so genanntes Betongold derzeit besonders gefragt. So hatte der Börsengang der LEG Immobilien AG Anfang Februar 1,3 Milliarden Euro eingebracht. Das Unternehmen rückt zudem bald als sechstes Unternehmen der Branche in den MDax auf.

Die Deutsche Annington ist ebenfalls ein Kandidat für den kleinen Bruder des Dax . Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen mit 180.000 Wohneinheiten im Wert von 10,4 Milliarden Euro Deutschlands größte private Wohnimmobiliengesellschaft. Das Unternehmen ist seit 2001 auf dem Markt, als es rund 65.000 Eisenbahner-Wohnungen des Bundes übernahm.

KREDITE BELASTEN ERGEBNIS

Im vergangenen Jahr hielt die Deutsche Annington den operativen Gewinn (bereinigtes EBITDA) mit 477 Millionen Euro fast stabil. Unter dem Strich brach der Gewinn allerdings wegen hoher Finanzaufwendungen durch eine schwierige Refinanzierung um 60 Prozent auf rund 172 Millionen Euro ein.

Bis Mitte Oktober muss die Deutsche Annington milliardenschwere Verbindlichkeiten refinanzieren. Dies ist dem Unternehmen zufolge gesichert, nachdem es zu Monatsbeginn ein unbesichertes Darlehen über 2,5 Milliarden Euro vor allem von den US-Banken JPMorgan und Morgan Stanley erhielt.

Künftig will das Unternehmen für seine Finanzierung stärker internationale Investoren anlocken. Dafür plant es jenseits des klassischen Pfandbriefs nach eigenen Angaben als erste deutsche Wohnimmobiliengesellschaft auch die Ausgabe unbesicherter Anleihen. Es lässt sich dafür von Ratingagenturen prüfen und hat von diesen nach eigenen Angaben bereits vorläufig einen Investmentstatus erhalten.

REIHE WEITERER BÖRSENKANDIDATEN

Mit der Deutschen Annigton kommt das Börsenkarussell weiter in Schwung. Vergangene Woche hatte auch der Wissenschaftsverlag Springer Science angekündigt, mit dem Verkauf von Anteilen rund 760 Millionen Euro einnehmen zu wollen. Zudem steht die frühere Linde-Tochter und Europas größter Gabelstaplerhersteller Kion in den Startlöchern. Hier wird mit einem Erlös von 900 Millionen gerechnet.

Im bisherigen Jahresverlauf ist neben LEG Immobilien bereits der Chemiehersteller Evonik an der Börse gestartet. Allerdings hatten die Eigentümer RAG und CVC die Mühen, Kosten und Risiken eines klassischen Börsengangs und der damit verbundenen großen Werbetour (Roadshow) gescheut. Sie hatten vor der Börsennotiz mehrere Aktienpakete an große Investoren verkauft. Letztendlich gelang so über diese Hintertür der Gang an den Aktienmarkt, nachdem Evonik zuvor dreimal damit gescheitert war./enl/zb/kja

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