ROUNDUP: Metro befürchtet deutlichen Gewinnrückgang wegen Corona-Maßnahmen

dpa-AFX

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Großhandelskonzern Metro wird wegen der verlängerten Corona-Lockdowns vorsichtiger. Weil die Regierungen in vielen Zielmärkten das öffentliche Leben einschränkten, sei mit noch weniger Umsatz und Betriebsgewinn im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 zu rechnen, teilte der SDax-Konzern am Dienstagabend mit. Die Aktie legte am Mittwochvormittag um gut ein Prozent zu, war aber auch seit Mitte Februar bereits deutlich gefallen.

Metro erwartet nun in den zwölf Monaten bis September einen Rückgang des währungs- und portfoliobereinigten Gesamtumsatzes um 3 bis 6 Prozent zum Vorjahr. Auch flächenbereinigt dürften die Erlöse gleichermaßen sinken. Mit den größten Belastungen rechnet Metro in Regionen mit hohem Gastronomieanteil, insbesondere in Westeuropa. Bislang kalkulierte das Unternehmen mit Erlösen leicht unter dem Vorjahresniveau von rund 25,6 Milliarden Euro.

Beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) geht Metro jetzt von einem Rückgang um 50 bis 175 Millionen Euro aus, nachdem bislang ein Ergebnisrückgang im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostiziert worden war. Im vergangenen Geschäftsjahr betrug das bereinigte Ebitda 1,16 Milliarden Euro.

Grundlage der neuen Schätzungen ist aber die Annahme, dass umfassende Wiedereröffnungen von Gastronomie und Tourismus zwischen Juni und August erfolgen können, wie der Konzern betonte.

In den sechs Monaten bis März schrumpfte der Gesamtumsatz derweil laut vorläufiger Zahlen im Vergleich zum Vorjahr währungsbereinigt um 11,5 Prozent. Das bereinigte Ebitda betrug im Berichtszeitraum 490 Millionen Euro. Das seien währungsbereinigt 120 Millionen Euro weniger gewesen als im Vorjahr. Die Metro AG will ihre detaillierten Zahlen am 4. Mai vorlegen.

Das Zahlenwerk des Handelskonzerns habe den massiven Einfluss der Lockdown-Maßnahmen unterstrichen, schrieb Analyst Thilo Kleibauer vom in einer am Mittwoch vorliegenden Schnelleinschätzung. Sollten die Maßnahmen aufgehoben werden, gehöre das Unternehmen dann aber zu den großen Profiteuren. Für Analyst Volker Bosse von der Baader Bank fielen die Halbjahres-Eckdaten des Handelskonzerns schwach aus. Gemeinsam mit dem gesenkten Jahresausblick zeugten sie in der Pandemie von den anhaltenden Unsicherheiten.

Ab Anfang Mai wird das Unternehmen dann auch von Steffen Greubel geführt werden. Greubel, der vom für seine Schrauben bekannten Werkzeughändler Würth kommt, tritt die Nachfolge von Olaf Koch an, der den Großhändler bereits am 31. Dezember verlassen hat. Derzeit wird das Unternehmen von einer Doppelspitze aus Finanzvorstand Christian Baier und seinem Vorstandskollegen Rafael Gasset geführt./fba/mne/ngu/mis

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