ROUNDUP: Metro in Paris - morgens und abends nur mit Bescheinigung

dpa-AFX

PARIS (dpa-AFX) - Kein Ende der Zettelwirtschaft in Frankreich in Sicht: In Paris müssen Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln ab Montag zu Stoßzeiten eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers vorweisen. Diese sei morgens zwischen 6.30 und 9.30 Uhr und abends zwischen 16 und 19 Uhr notwendig, erklärte die Präsidentin der Hauptstadtregion Île-de-France, Valérie Pécresse, am Freitag. Außerhalb dieser Zeiten sei die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs in Paris auch ohne Bescheinigung möglich.

Paris will so verhindern, dass es zu Stoßzeiten in den Zügen und Bussen besonders voll wird und die Abstandsregelungen im Kampf gegen Covid-19 nicht eingehalten werden können. Wer zu den Hauptverkehrszeiten aus zwingenden Gründen die Metro benutzen muss, solle dies aber ebenfalls tun können, sagte Pécresse. Dazu gehöre etwa, Kinder zur Schule zu begleiten oder ein Vorstellungsgespräch wahrzunehmen. In den ersten Tagen solle es noch eine Toleranz bei den Kontrollen an den Bahnhöfen geben. Damit diese überhaupt durchgeführt werden können, bleiben sogar rund 60 Stationen der Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP geschlossen.

Viele befürchten ein Verkehrschaos in der Hauptstadt, da nur 75 Prozent der Züge fahren werden. Statt normalerweise rund fünf Millionen sollen nur 1,5 Millionen Fahrgäste das Angebot nutzen können. Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat im Zentrum der Stadt zusätzliche Fahrradwege geschaffen. An den großen Bahnhöfen sollen Markierungen auf dem Boden helfen, die Abstandsregeln einzuhalten.

Innenminister Christophe Castaner teilte mit, dass der Staat den Verkehrsunternehmen zehn Millionen Schutzmasken zur Verfügung gestellt hat - mehr als vier Millionen seien für den Großraum Paris gedacht. Sie sollen ab Montag verteilt werden. Frankreich beginnt ab Montag, die strengen Ausgangsbeschränkungen im Land vorsichtig zu lockern. Ab dann soll es eine Maskenpflicht im Nah- und Fernverkehr geben; der Passierschein, um das Haus zu verlassen, fällt weg. Paris ist besonders schwer von der Coronavirus-Krise getroffen. Premier Édouard Philippe hatte zwar am Donnerstag erklärt, dass die Zahl der Infektionen sinke, allerdings längst nicht so stark, wie erhofft./nau/DP/mis

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