ROUNDUP: Schneider Electric will RIB Software in Milliardendeal übernehmen

dpa-AFX

PARIS/STUTTGART (dpa-AFX) - Der französische Industriekonzern Schneider Electric will den deutschen Softwareanbieter RIB Software übernehmen. Je Aktie wollen die Franzosen 29 Euro bezahlen, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Das entspricht einem Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden Euro und beinhaltet eine Prämie von rund 40 Prozent auf den Börsen-Schlusskurs vom Mittwoch bei 20,62 Euro. Auf der Handelsplattform Tradegate legten die RIB-Aktien vorbörslich um 40 Prozent auf 28,88 Euro zu.

RIB Software mit Sitz in Stuttgart ist spezialisiert auf Bausoftware für Planer, Architekten und Bauunternehmen. Schneider Electric ist vor allem in der Elektrotechnik und der Industrieautomatisierung stark. Der Verwaltungsrat von RIB Software unterstützt das Angebot, das eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent beinhaltet.

Aufseher müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Schneider wolle das Wachstum von RIB unterstützen, hieß es. Der Abschluss eines Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrags sei gegenwärtig nicht geplant.

Schon seit geraumer Zeit ist eine Übernahme des Unternehmens im Gespräch. Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte RIB-Chef Tom Wolf bekanntgemacht, dass er mit Investoren über eine neue Strategie spricht. Wolf ist bisher auch Hauptaktionär des Unternehmens, er und Finanzchef Michael Sauer sollen gemeinsam weiter knapp 9 Prozent der Anteile halten. Bisher besitzt Wolf mit seiner Familie knapp 17 Prozent.

In einer gemeinsamen Telefonkonferenz machten die Manager der Unternehmen klar, dass sie ohnehin mit den gleichen Kunden sprechen. Schneider Electric will mit dem Zukauf seine Kompetenzen in der Digitalisierung ausbauen, wie Schneider-Electric-Chef Jean-Pascal Tricoire sagte.

RIB hat unterdessen im vergangenen Jahr erneut ein kräftiges Wachstum hingelegt. Der Umsatz kletterte um 57 Prozent auf 214,3 Millionen Euro, wie das im Kleinwerte-Index SDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 32 Prozent auf 50,1 Millionen Euro. Die Ende Januar angehobene Prognose für das neue Jahr bestätigte der Konzern./men/fba

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