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ROUNDUP: Steinhoff verspricht Schuldendienst - Doch Ringen um Geld geht weiter

dpa-AFX

STELLENBOSCH (dpa-AFX) - Der in einem Bilanzskandal steckende und schwer angeschlagene Möbelkonzern Steinhoff gibt kurzfristig Entwarnung. Die Gruppe sehe sich gegenwärtig in der Lage, fällige Zinsen auf Schulden zu bezahlen, teilte der Konzern am Donnerstag im südafrikanischen Stellenbosch mit. Gleichzeitig geht aber das Ringen um frisches Geld weiter - ein benötigter Kredit ist nur zu einem Teil gesichert.

Anleger konnten sich zunächst keinen Reim darauf machen, ob dies nun gute oder schlechte Nachrichten sind: Die Aktie schwankte am Nachmittag stark und stand zuletzt leicht im Plus bei 45 Cent. Vor der Ausweitung des Bilanzskandals im Dezember kostete ein Papier noch 3,50 Euro.

Steinhoff hatte Unregelmäßigkeiten in mehreren Jahresabschlüssen eingeräumt, woraufhin zahlreiche Führungskräfte gehen mussten. Wichtigste Aufgabe des neuen Managements ist es nun, den laufenden Betrieb sicherzustellen. Steinhoff ist hierzulande am Möbelhändler Poco beteiligt; dieser sieht sich von den Turbulenzen nach früheren Angaben nicht betroffen.

Steinhoff versucht derzeit, für das wichtige europäische Geschäft eine Zwischenfinanzierung von 200 Millionen Euro zu erhalten. Es werde eine erste Zahlung von 60 Millionen Euro bis Ende der Woche erwartet, teilte das Unternehmen mit. Steinhoff bemühe sich weiter, Freigaben für die restliche Summe zu erhalten.

Darüber hinaus führe Steinhoff mit Geschäftsbanken und Investoren Gespräche über neue Geldmittel - bisher aber ohne Erfolg, wie es weiter hieß. Steinhoff hat sich in jüngster Zeit von Unternehmensteilen getrennt, um sich frisches Geld zu beschaffen. Diesen Weg will Steinhoff weiter verfolgen.

Am 26. Januar will der Ikea-Rivale seine europäischen Geldgeber in London treffen. Mit einigen Gläubigern soll auch über ein Stillhalten gesprochen werden. Laut Medienberichten zählt auch die Commerzbank zu den Kreditgebern. die Frankfurter seien im Rahmen eines syndizierten Großkredits mit einem dreistelligen Millionenbetrag engagiert, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag. Die Bank wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern, teilte aber mit, die Risikovorsorge müsse nicht aufgestockt werden.

Beim kriselnden Möbelhändler dreht sich unterdessen das Personalkarussel an der Konzernspitze weiter: Jayendra Naidoo zieht sich mit sofortiger Wirkung aus dem Aufsichtsrat des Konzerns zurück, um sich auf seine Aufgaben im Führungsgremium der börsennotierten Afrika-Tochter Star zu konzentrieren. Über einen Nachfolger werde zu gegebener Zeit entschieden, teilte Steinhoff ebenfalls am Donnerstag mit. Der Posten soll mit einem unabhängigen Mitglied besetzt werden; Kandidaten würden nun angesprochen.

Die Liste der Personalwechsel wird dabei immer länger. Zu Jahresanfang tauschte der Ikea-Rivale seinen Finanzchef Ben la Grange gegen Philip Dieperink aus. Zuvor musste bereits Chef Markus Jooste gehen. Der südafrikanische Geschäftsmann und Hauptaktionär Christo Wiese schied aus dem Aufsichtsrat aus, den er führte. Das Gremium hat inzwischen eine neue Chefin: Die gelernte Investmentbankerin Heather Sonn übernahm das Amt./stk/das/he

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