ROUNDUP: Vermögensverwaltung und Immobilienkredite treiben Credit Agricole an

dpa-AFX

PARIS (dpa-AFX) - Die französische Großbank Credit Agricole hat Ende 2019 dank starker Zuwächse in der Vermögensverwaltung und einer hohen Kreditnachfrage Fahrt aufgenommen. Die Erträge stiegen im Schlussquartal um 7,7 Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro, wie die Bank am Freitag in Paris mitteilte. Für das Gesamtjahr ergibt sich damit ein Ertragsplus von 3,3 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro - etwas mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Die Vermögensverwaltungs- und ETF-Tochter Amundi verzeichnete in den letzten drei Monaten des Jahres netto Rekordzuflüsse. Zudem fragten französische Verbraucher rege Immobilienkredite nach und in Italien lief es im Geschäft mit Privatkrediten gut. Analystin Anke Reingen von RBC Capital sprach in einer ersten Reaktion von erneut guten Geschäftszahlen. Das Unternehmen profitiere von seiner breiten Aufstellung und einer guten Kostenkontrolle.

Unter dem Strich verdiente die Credit Agricole 2019 rund 4,6 Milliarden Euro und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr. Das Geldhaus kommt damit seinem Ziel näher, den Gewinn bis 2022 auf fünf Milliarden Euro zu steigern. Erreichen will die Bank das auch durch eine bessere Zusammenarbeit der verschiedenen Sparten und einem weiter strikten Sparkurs. Die Dividende soll nun um 1,4 Prozent auf 0,70 Euro je Aktie steigen.

Im Schlussquartal profitierte die Credit Agricole auch von einer Entscheidung des obersten französischen Verwaltungsgerichtes (Conseil dEtat). Der Finanzkonzern durfte eine Sonderbelastung aus dem Verkauf der griechischen Bank Emporiki aus dem Jahr 2012 nun doch geltend machen. Das führte jetzt zu einem positiven Sondereffekt von einer Milliarde Euro, der allerdings durch eine rund 600 Millionen Euro hohe Firmenwertberichtigung auf die Bankentochter Credit Lyonnais (LCL) ein Stück weit aufgezehrt wurde.

Die teils besser als gedacht ausgefallenen Geschäftszahlen verliehen den Aktien nur anfänglich Rückenwind. Nach einem Kurssprung bis auf 13,80 Euro und damit auf den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2018, machten einige Anleger erst einmal Kasse. Zuletzt fielen die Papiere um 0,22 Prozent auf 13,62 Euro. Seit dem Zwischentief vergangenen August summiert sich das Plus allerdings immer noch auf rund 40 Prozent.

Die Credit Agricole ist börsennotiert, gehört aber mehrheitlich kleineren Genossenschaftsbanken. Von der Struktur her ist das Geldhaus damit in Deutschland am ehesten mit der DZ Bank vergleichbar, die als Zentralinstitut für den Genossenschaftssektor dient. Die DZ Bank ist aber nicht börsennotiert./mis/eas/jha/

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