ROUNDUP: Verschärfte Corona-Lage belastet ZEW-Konjunkturerwartungen

dpa-AFX

MANNHEIM (dpa-AFX) - Die verschärfte Corona-Lage hat die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im Dezember belastet. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW fiel gegenüber dem Vormonat um 1,8 Punkte auf 29,9 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Die Abschwächung fiel jedoch geringer als erwartet aus. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 25,4 Punkte erwartet.

Die Bewertung der aktuellen Konjunkturlage trübte sich hingegen deutlich stärker als erwartet ein. Der Indikator fiel um 19,9 Punkte auf minus 7,4 Zähler. Zum ersten Mal seit Juni befindet sich die Lageeinschätzung wieder im negativen Bereich. In der Eurozone verbesserten sich die Erwartungen etwas, während sich die Lagebeurteilung ebenfalls stark eintrübte.

"Die deutsche Wirtschaft leidet spürbar unter den neuen Entwicklungen der Corona-Pandemie", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. "Nach wie vor bestehende Lieferengpässe belasten Produktion und Einzelhandel." Die Hoffnung auf ein wesentlich stärkeres Wachstum im nächsten halben Jahr werde geringer.

"Die ZEW-Konjunkturerwartungen kommen nun unter die Räder der vierten Corona-Welle", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die verhängten Restriktionen würden das Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch den gesamten Freizeitsektor unter Druck setzen. "Darüber hinaus scheinen nun auch Nachholeffekte im verarbeitenden Gewerbe abzuebben", so Gitzel. Die Materialknappheiten seien eine große Hürde für eine höhere Produktion in der Industrie.

Stark gesunken sind laut ZEW auch die Inflationserwartungen für die Eurozone. Der Inflationsindikator fiel im Dezember um 19,0 Punkte auf minus 33,3 Punkte. 54,6 Prozent der befragten Experten gehen inzwischen von einem Rückgang der Inflationsrate auf Sicht von sechs Monaten aus. Im November war die Inflationsrate mit 4,9 Prozent auf einen Rekordwert gestiegen. Auch viele Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der Rate im kommenden Jahr. Strittig ist jedoch, wie stark dieser ausfallen wird./jsl/bgf/mis

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