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ROUNDUP/Vor dem Ärztetag: Interner Streit und finanzielle Forderungen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor Beginn des Deutschen Ärztetages in Frankfurt haben Einzelverbände ihre Agenda festgezurrt. Die Kassenärzte versuchten am Montag den Streit an ihrer Spitze beizulegen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder sind völlig zerstritten. Personelle Konsequenzen, die einige Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigungen angemahnt hatten, zog die Führungsriege um KBV-Chef Andreas Gassen zunächst jedoch nicht. Die Kritik an seiner Person sei "ausdiskutiert" worden, teilte Gassen am Montagabend mit. "Ich bin froh, dass ich nun den Rücken freihabe", sagte er.

Die Hausärzte fühlen sich von den Spitzenverbänden schon lange nicht mehr ausreichend vertreten. Die Bundesärztekammer habe "wenig bis gar nichts für die Förderung der hausärztlichen Versorgung in Deutschland getan", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. In der Kassenärztlichen Bundesvereinigung würden "hausärztliche Interessen bis heute nicht ernst genommen", ergänzte Hauptgeschäftsführer Eberhard Mehl.

Die Klinikärzte-Gewerkschaft Marburger Bund (MB) kritisierte den Entwurf zur Krankenhausreform als "ziemlich enttäuschend". Unter dem Deckmantel einer Qualitätsoffensive würden weiter Kapazitäten abgebaut, sagte MB-Vorsitzender Rudolf Henke. Er forderte mehr Geld für die Versorgung ambulanter Patienten in den Klinik-Notaufnahmen. Derzeit fingen die Krankenhäuser nicht nur Engpässe im ärztlichen Notdienst ab, sondern versorgten auch viele normale Patienten, die statt in eine Praxis lieber ins Krankenhaus gingen.

Mit den Sprüchen "Mehr Geld für die Seele" auf T-Shirts und "Sprechende Medizin muss sich lohnen" auf Plakaten demonstrierten Psychotherapeuten für eine gerechtere Honorarverteilung. Zu dem Aktionstag hatten zehn Verbände aufgerufen, rund 400 Teilnehmer forderten lautstark "Honorargerechtigkeit jetzt!". Psychotherapeuten verdienen nach eigenen Angaben mit Abstand am wenigsten von allen Arztgruppen.

Der 118. Deutsche Ärztetag beginnt am Dienstag. Bei der Eröffnung in der Paulskirche sprechen der Präsident der Bundesärztekammer, Ulrich Montgomery, und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Das Parlament der Ärzteschaft tagt bis Freitag. Die 17 Ärztekammern entsenden dazu 250 Delegierte. Themen sind - neben Wahlen am Donnerstag - bessere Kommunikation mit den Patienten, die Debatte um die Schweigepflicht, der Kampf gegen globale Epidemien und diverse Gesetzesinitiativen./sat/DP/he

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