ROUNDUP: Vorwahl im US-Bundesstaat Wisconsin trotz Corona-Krise

dpa-AFX

WASHINGTON (dpa-AFX) - Trotz der Corona-Epidemie in den USA haben Wähler am Dienstag im Bundesstaat Wisconsin darüber abgestimmt, wer für die Demokraten gegen Präsident Donald Trump antreten soll. Die beiden Kandidaten, der moderate Ex-Vizepräsident Joe Biden und der linke Senator Bernie Sanders, hatten die Durchführung der Wahl wegen des Gesundheitsrisikos allerdings abgelehnt. Gouverneur Tony Evers hatte am Montag in letzter Minute eine Verschiebung der Abstimmung angeordnet, ein Gericht hob seine Anordnung jedoch wieder auf.

"Tausende werden aufwachen und müssen sich entscheiden, ob sie ihr Wahlrecht ausüben oder gesund und sicher bleiben wollen", erklärte Gouverneur Evers am Montagabend. Die Durchführung der Wahl stelle ein "extremes Risiko" für die Öffentlichkeit dar, kritisierte er. Viele Bürger in Wisconsin hatten schon vorab per Briefwahl abgestimmt. Wann es ein Ergebnis der Abstimmungen geben wird, blieb daher noch unklar.

Vertreter der Republikaner in Wisconsin waren gerichtlich gegen die Entscheidung des Gouverneurs vorgegangen und warfen ihm ein "verfassungswidriges Manöver" vor. Es überschreite die Befugnisse des Gouverneurs, eine Wahl "abzusagen", argumentierten sie. US-Medien berichteten zudem, dass der Supreme Court in Washington - das höchste US-Gericht - sich am Montagabend gegen eine Verlängerung der Frist für die Briefwahl um sechs Tage ausgesprochen hatte.

Die USA sind schwer von der Corona-Pandemie betroffen. Die absolute Zahl der Infektionsfälle ist dort so hoch wie in keinem anderen Land. Für die allermeisten Teile des Landes gelten Ausgangsbeschränkungen. Der Zeitplan des Wahljahres ist durch die Krise komplett durcheinandergeraten. Viele Bundesstaaten hatten ihre ursprünglich für März und April angesetzten Abstimmungen wegen der Epidemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Biden gilt nach den bisherigen Abstimmungen als klarer Favorit. Es gibt inzwischen immer stärkere Rufe, dass Sanders nun zu Gunsten Bidens aus dem Rennen ausscheiden sollte. Sollte er dies nicht bald tun, hätten die Demokraten wegen der Verschiebung zahlreicher Vorwahlen wohl frühestens im Juli Klarheit über ihren Kandidaten. Diesem bliebe dann nur noch wenig Zeit für den Wahlkampf gegen Amtsinhaber Donald Trump, der im November wiedergewählt werden will. Er steht bereits als Präsidentschaftskandidat der Republikaner fest./lkl/jac/jbz/DP/fba

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