Royal Dutch Shell: Was jetzt?

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Royal Dutch Shell: Was jetzt?

Die Aktie von Royal Dutch Shell erlebt in diesem Jahr weiterhin einen ziemlich wilden Ritt. Erst sind die Ölpreise massiv eingebrochen, was das Zahlenwerk belastet hat. Bis heute wirkt das zumindest noch etwas nach, wobei sich der Markt inzwischen wieder ein wenig erholt hat.

Foolishe Investoren könnten sich trotzdem fragen, wie sie die Aktie von Royal Dutch Shell jetzt einordnen sollten. Werfen wir daher einen Blick auf das Positive und das Negative. Oder man könnte auch sagen die Chancen und Risiken des britisch-niederländischen Öl- und Erdgaskonzerns, ehe wir ein vorläufiges Fazit für den Moment ziehen.

Das Positive: Markt, Zahlen, Dividende

Grundsätzlich existieren einige positive Faktoren, die derzeit den Ölmarkt stützen. Damit ist nicht nur die Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus gemeint. Nein, sondern auch ein insgesamt wieder stabilerer Ölmarkt. Die Preise von Brent und WTI kreisen gegenwärtig um die Marke von 40 US-Dollar je Fass, liegen teilweise sogar darüber. Hier scheint sich momentan ein Fundament gebildet zu haben, auf das man aufbauen könnte.

Royal Dutch Shell hat, auch aufgrund des zuletzt wieder solideren Gesamtmarktes, ziemlich solide Zahlen präsentiert. Oder zumindest nicht mehr in Gänze durchwachsene Quartalszahlen. Im dritten Quartal konnte der britisch-niederländische Öl- und Erdgaskonzern so wieder ein bereinigtes Gesamtergebnis von 955 Mio. US-Dollar ausweisen. Beziehungsweise auf IFRS-Basis von 489 Mio. US-Dollar.

Das hat sogar dazu geführt, dass die Dividende moderat angehoben worden ist. Im Quartalsvergleich kletterten die Dividendenzahlungen um ca. 4 % auf 0,1665 US-Dollar, was ebenfalls ein positives Zeichen sein könnte. Das ist im Wesentlichen, was die Chancen derzeit definiert.

Royal Dutch Shell: Das Negative

Allerdings existieren auch einige potenzielle Belastungsfaktoren und Risiken, die Investoren kennen sollten. Kurzfristig könnte die Dividende beispielsweise sehr volatil bleiben. Das Management möchte die Kapitalrückführungen künftig wieder etwas flexibler gestalten. Wobei das jedoch eher symptomatisch für die weiteren Risiken ist.

Der Ölmarkt bleibt jedenfalls weiterhin aus dem Gleichgewicht und die Nachfrage ist lange nicht so hoch wie das Angebot. Zusätzlich belastet die OPEC. Einzelne Mitglieder des Öl-Kartells scheinen eher auf Individuallösungen setzen zu wollen und die Produktion hochzufahren. Das könnte, wenn vieles schief läuft, sogar zu einem Bruch des Kartells führen. Das würde die Kontrolle über den Ölmarkt erschweren.

Der Gesamtmarkt hat sich zwar im Moment stabilisiert, die Aussichten sind jedoch gemischt bis durchwachsen. Oder zumindest risikoreich. Foolishe Investoren sollten auch das definitiv im Hinterkopf behalten, wenn sie über die möglicherweise preiswert wirkende Aktie nachdenken.

Ich kaufe eher nicht nach

Grundsätzlich bin ich daher eher skeptisch, was die Aktie von Royal Dutch Shell angeht und werde jetzt mit Sicherheit nicht nachkaufen. Der Ölmarkt bleibt aufgrund seines kaum vorhandenen Gleichgewichts ein Risiko. Zudem könnte die OPEC eine Belastung für den Markt und die sowieso schon künstlich aufrechterhaltene Angebots-Nachfrage-Situation sein. An mittelfristigen Risiken scheint es nicht zu mangeln.

Es könnte auch einen Turnaround im Ölmarkt geben, keine Frage. Insbesondere, wenn die OPEC sich am Riemen reißt und die Nachfrage mittelfristig wieder anzieht, dürfte die Aktie noch Potenzial besitzen. Allerdings können weder wir noch Royal Dutch Shell das mit Sicherheit beeinflussen. Und auch wenn die OPEC immer weiter die Kontrolle verlieren sollte, ist das ein Warnindikator.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

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