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Russland-Sanktionen belasten Raiffeisen-Aktie trotz Gewinnsprung

Reuters

- von Alexandra Schwarz-Goerlich

Wien (Reuters) - Neue US-Sanktionen gegen Russland haben der Wiener Raiffeisen Bank International (RBI) bei der Präsentation ihrer Halbjahreszahlen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Trotz über den Erwartungen gelegenen Ergebnissen brach die RBI-Aktie am Donnerstag an der Wiener Börse gut fünf Prozent auf 26,60 Euro ein. Händler begründeten das damit, dass die Sanktionen alles überschatten würden, da Russland der wichtigste Einzelmarkt für die RBI sei und einen wesentlichen Beitrag zum Konzerngewinn liefere.

Bei der RBI hielt man sich mit einer Bewertung zurück: "Es ist noch zu früh zu sagen, welche Unternehmen oder Personen von diesen Sanktionen betroffen sein werden", sagte Bankchef Johann Strobl auf der Halbjahres-Pressekonferenz. Die Sanktionen sieht er zwar skeptisch, die Bank werde aber alle Vorschriften einhalten. "Niemand will auf einer Sanktionsliste landen", sagte Strobl. Bisher sei die RBI von den Russland-Sanktionen kaum betroffen. Belastend wirkten aber negative Währungseffekte. "Es ist klar, dass es in solchen Situationen die erste Wirkung auf die Währung kommt", sagte Strobl. Die Abwertung des russischen Rubel gegenüber dem Euro bekam die RBI auch im ersten Halbjahr zu spüren. Das Eigenkapital habe sich dadurch per Ende Juni um 87 Millionen Euro reduziert.

Die RBI, die in insgesamt 13 Ländern tätig ist, zählt neben der italienischen UniCredit und dem österreichischen Rivalen Erste Group zu den größten Kreditgebern in Osteuropa. Der wichtigste Einzelmarkt ist jedoch Russland, wo im ersten Halbjahr ein stabiler Gewinn nach Steuern von 237 Millionen Euro erzielt worden sei.

Den Kursrutsch wollte der RBI-Chef nicht kommentieren. "Das sind Entscheidung unserer Aktionäre. Wenn Sie unsere Ergebnisse ansehen, dann sind diese sehr solide", sagte Strobl. Im ersten Halbjahr stieg der Konzerngewinn um mehr als ein Viertel auf 756(587) Millionen Euro. Profitiert habe die Bank von einer guten wirtschaftlichen Entwicklung in Osteuropa, einer weiteren Entlastung des Kreditrisikos, einem Rückgang der faulen Kredite und höherer Betriebserträge. Gedämpft wurde das Ergebnis des zweiten Quartals durch den Verkauf der polnischen Tochter. In den Zahlen ist nämlich ein erwarteter Verlust von 121 Millionen Euro enthalten, der aus dem Verkauf an die französische BNP Paribas im April stammt. Der Abschluss des Geschäfts werde im vierten Quartal erwartet.

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