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Saudi Arabien: Ölproduktion bis Monatsende wieder normalisiert ++ Nissan: Teilehandelssparte soll für eine Milliarde verkauft werden ++ Wirecard: Softbank-Deal besiegelt

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Saudi Arabien: Ölproduktion bis Monatsende wieder normalisiert ++ Nissan: Teilehandelssparte soll für eine Milliarde verkauft werden ++ Wirecard: Softbank-Deal besiegelt

Die amerikanische Notenbank Fed dürfte vor ihrer zweiten Zinssenkung in diesem Jahr stehen. An den Finanzmärkten und in den volkswirtschaftlichen Abteilungen vieler Banken wird fest damit gerechnet, dass die Notenbanker um Fed-Chef Jerome Powell ihr Leitzinsband an diesem Mittwoch (18. September) um weitere 0,25 Prozentpunkte verringern. Der Zentralbankzins würde dann in einer Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent liegen. Ende Juli hatte die Fed das Zinsniveau erstmals seit mehr als zehn Jahren verringert.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat 77 Analysten aus Finanzhäusern befragt. Von ihnen rechnet eine überwältigende Mehrheit mit einem weiteren Zinsschritt. Auch an den Finanzmärkten gehen die Anleger fest von einer zusätzlichen Zinsreduzierung aus, wie spezielle Terminkontrakte am Interbankenmarkt zeigen. Die daraus abgeleitete Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung beträgt nahezu hundert Prozent.

Der Hauptgrund, warum sich Märkte und Fachleute so sicher sind, liegt weniger an den immer schrofferen Forderungen nach Zinssenkungen von US-Präsident Donald Trump, sondern vielmehr an der Federal Reserve selbst. Fed-Chef Powell hatte schon auf der wichtigen Notenbankkonferenz in Jackson Hole recht klare Hinweise fallen lassen. Die Wochen seit der Juli-Zinssitzung seien „ereignisreich“ gewesen, hatte der gelernte Jurist gesagt.

Ölproduktion bald wieder normalisiert

Nach dem Angriff auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien soll die Ölproduktion des Landes bereits bis Ende September wieder komplett hergestellt werden. Der saudiarabische Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman sagte am Dienstag, dass das Land seine Rolle als sicherer Versorger der globalen Ölmärkte behalten werde. Ende September wolle Saudi-Arabien eine Kapazität von elf Millionen Barrel Öl pro Tag erreichen und bis Ende November zwölf Millionen.

Der weltgrößte Erdölexporteur müsse nun strenge Maßnahmen ergreifen, um weitere Angriffe zu verhindern, fügte der Minister hinzu. Die Öl-Versorgung der Kunden laufe wieder auf vollen Touren, da das Land auf Lagerbestände zurückgegriffen habe. Die Reparaturarbeiten an den Anlagen seien nicht so umfangreich wie ursprünglich erwartet.

Saudi-Arabien schließt sich zudem der internationalen Koalition für maritime Sicherheit in der Golfregion an. Dies teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Mittwoch unter Berufung auf das Verteidigungsministerium des Landes mit. Die von den USA geführte Militärmission hat das Ziel, kommerzielle Schiffe auf den internationalen Handelsrouten im Persischen Golf, dem Golf von Oman, der Straße von Hormus und der Meerenge Bab al-Mandab zu begleiten und vor möglichen Übergriffen zu schützen. Für die Marinemission hatten die USA Verbündete gesucht, nachdem der Iran zwei ausländische Öltanker bei der Durchfahrt in der Golfregion festgesetzt hatte. Die Bundesregierung hatte eine Anfrage der USA zur Teilnahme an der Mission Anfang August abgelehnt.

Japan durch Handelskriege stark belastet

Die Handelskriege, die weltweite Konjunkturflaute und die Yen-Stärke belasten Japans Exporte weiter. Im August gingen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr zum neunten Mal in Folge zurück. Der Rückgang um 8,2 Prozent fiel zudem deutlich höher aus als noch im Juli, wie das japanische Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mitteilte. Stärker als im August sind die Exporte in diesem Jahr nur im Januar gefallen. Experten hatten allerdings mit einem noch höheren Rückgang gerechnet.

Japans Wirtschaft hat gleich an mehreren Fronten des Handelskriegs zu kämpfen. So sind die beiden Hauptkontrahenten der derzeit tobenden Dispute, China und die USA, die zwei wichtigsten Handelspartner des Landes. Zudem verhandelt Japan selbst mit den Vereinigten Staaten über ein Handelsabkommen – im Fokus dabei sind mögliche Zölle auf japanische Autos, einem der wichtigsten Exportgüter des Landes.

Angeklagter will zu „Cum Ex“ Banken-Skandal aussagen

In einem wegweisenden Strafprozess zur Aufarbeitung des „Cum-Ex„-Steuerskandals will ein Angeklagter auspacken. Der 41-jährige Brite hatte bereits vor dem Prozessauftakt gegenüber der Staatsanwaltschaft umfangreich ausgesagt, dies will er an diesem Mittwoch (9.30 Uhr) vor dem Bonner Landgericht wiederholen. Sein Auftritt, im Juristendeutsch Einlassung genannt, könnte sich am Donnerstag fortsetzen. Bei Verfahrensbeginn vor zwei Wochen hatte seine Anwältin gesagt, ihr Mandant werde mit der Aussage einen „entscheidenden Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts leisten“.

Dem 41-Jährigen und einem anderen, ebenfalls redewilligen 38 Jahre alten Angeklagten werden besonders schwere Steuerhinterziehung vorgeworfen. Sie sollen im Zeitraum mit einem Verwirrspiel von Aktien mit („cum„) und ohne („ex„) Dividendenanspruch rund um einen Zahlungsstichtag dafür gesorgt haben, dass die Finanzämter Steuern mehrfach erstatteten. Laut Anklageschrift haben sie einen Steuerschaden von mehr als 440 Millionen Euro verursacht.

Die beiden ehemaligen Aktienhändler dürften nur die Spitze des Eisbergs sein in dem „Cum-Ex„-Skandal, der den deutschen Staat einer Schätzung zufolge mehr als 30 Milliarden Euro gekostet haben könnte. Zahlreiche andere Finanzmarktakteure sind ebenfalls im Visier der Justiz, zudem könnten Banken kräftig zur Kasse gebeten werden. Es ist der erste Strafprozess gegen „Cum-Ex„-Akteure. Damit hat er große Bedeutung für die Aufarbeitung des Skandals. Erstmals könnte ein Gericht feststellen, dass „Cum-Ex“ eine Straftat ist.

Unternehmensmeldungen:

Deutsche Post: Eine Prognosesenkung durch den US-Konkurrenten Fedex  ist am Mittwoch vorbörslich auch ein Stolperstein für die Aktien der Deutschen Post gewesen. Sie fielen am Morgen auf der Handelsplattform Tradegate um 2,8 Prozent. Der Rivale sieht den Geschäftsausblick angesichts wachsender Handelsspannungen und Unsicherheiten negativ beeinflusst von einem schwächeren globalen Wirtschaftsumfeld. Dies könnte womöglich auch der deutsche Logistiker zu spüren bekommen.

Fedex: Die internationalen Handelskonflikte machen dem US-Paketdienstleister Fedex weiter zu schaffen. Nach einem unerwartet schwachen Quartal senkte der Konzern seine Ziele für das Gesamtjahr – das kam bei Aktionären nicht gut an. In den drei Monaten bis Ende August fiel der bereinigte Gewinn im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 800 Millionen Dollar (723 Mio Euro), wie Fedex am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz stagnierte bei rund 17 Milliarden Dollar. Die Erwartungen wurden damit klar verfehlt. Die Aktie büßte nachbörslich zeitweise fast zehn Prozent ein. Die Geschäfte litten weiter unter der sich abschwächenden Weltwirtschaft, die von zunehmenden Handelskonflikten und politischen Unsicherheiten belastet werde, sagte Fedex-Chef Frederick W. Smith. Der schwache Ausblick von Fedex brachte auch die Aktien des US-Kontrahenten UPS nachbörslich spürbar unter Druck.

Merck: Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Merck hat bei seiner angestrebten Übernahme des US-Halbleiterzulieferers Versum eine wichtige Hürde genommen. Der für Auslandsinvestitionen zuständige US-Sicherheitsausschuss CFIUS hat dem milliardenschweren Deal zugestimmt, wie Versum am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Die Behörde habe ihre Prüfung abgeschlossen und keine Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit festgestellt. Die Unternehmen wollen die Transaktion noch im laufenden Jahr abschließen. Merck hatte sich im April im Bieterkampf mit dem US-Konzern Entegris durchgesetzt und zum Gebot von 53 Dollar je Aktie den Zuschlag für die Übernahme von Versum erhalten. Damit wird der Zukauf inklusive Schulden mit rund 6,5 Milliarden Dollar (5,9 Mrd Euro) bewertet. Merck will mit dem Zukauf sein Spezialchemiegeschäft stärken, das bei Flüssigkristallen etwa für Smartphone-Displays unter asiatischer Konkurrenz leidet. Im Juni hatten bereits die Aktionäre von Versum dem Angebot des Darmstädter Dax-Unternehmens zugestimmt.

Nissan: Der schwächelnde japanische Autobauer Nissan will Kreisen zufolge mit dem Verkauf seiner Teilehandelssparte frisches Geld in die Kasse spülen. Die Tochter Nissan Trading Corporation, die vor allem Ersatzteile und Materialien wie Stahl vertreibt, solle für eine Bewertung von rund einer Milliarde US-Dollar inklusive Schulden an einen neuen Eigner abgegeben werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen berichtete. Angesprochen habe der Konzern unter anderem Finanzinvestoren und Handelsunternehmen. Nissan hat derzeit mit einem Gewinneinbruch, schwachen Verkäufen und einem Führungschaos zu kämpfen. Nissan will zum einen 12 500 Stellen streichen und damit jeden elften Arbeitsplatz. Nachdem der ehemalige Verwaltungsratschef Carlos Ghosn wegen der Vorwürfe um Verstöße gegen japanische Börsengesetze rausgeschmissen wurde, tritt nun auch Vorstandschef Hiroto Saikawa Mitte September zurück. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die Teilesparte einen Umsatz von 676 Milliarden Yen erzielt (5,7 Mrd Euro).

Wirecard: Wirecard und eine Tochtergesellschaft der SoftBank Group Corp. haben diefinalen Dokumente für die Ausgabe und Zeichnung der Wandelschuldverschreibungen sowie die strategische Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Dies erfolgte nachentsprechender Zustimmung durch die Aktionäre der Wirecard sowie nach Umsetzung der am 24. April durch Wirecard und der Softbank-Tochtergesellschaft unterzeichneten Absichtserklärung. Die in der Kooperationsvereinbarung festgeschriebene strategische Partnerschaft soll beiden Unternehmen die Möglichkeit bieten, globale Wachstumschancen und Synergieeffekte voll auszuschöpfen. Dies umfasst den Zugang zum gesamten Softbank-Ökosystem in den Bereichen digitale Finanzdienstleistungen, Datenanalyse und Künstliche Intelligenz sowie die Unterstützung durch SoftBank bei der weiteren geplanten geografischen Expansion von Wirecard nach Japan und Südkorea. Die gemeinsame Entwicklung innovativer Finanzierungslösungen wurde ebenfalls als ein Ansatzpunkt für die Zusammenarbeit festgelegt.

(onvista/dpa-AFX/reuters)

Titelfoto: Avigator Fortuner/ Shutterstock.com

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