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Schwächelnde Industrieproduktion: Rutscht Deutschland jetzt in die Rezession?

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Sind die schwächelnde Produktion und schrumpfende Auftragseingänge konjunkturelle Vorboten einer Rezession?

Schwächelnde Industrieproduktion: Rutscht Deutschland jetzt in die Rezession?

Rückläufige Produktion

Fakt ist, dass die Schwächephase in der deutschen Industrie nicht abreißt. Das Statistische Bundesamt teilte am Dienstag mit, dass die Gesamtproduktion im November im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent gesunken ist. Analysten waren von der Entwicklung überrascht, sie hatten mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Das Ergebnis ist der dritte Rückgang in Folge und zugleich der stärkste seit Juli. Im Verlauf des Jahres 2018 ist die Produktion damit in acht Monaten gesunken und nur in drei Monaten gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel die Gesamtproduktion sogar um 4,7 %.

Erklären lässt sich der Produktionsrückgang beispielsweise mit der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP, mit dem die Autoindustrie zu kämpfen hat. Zuletzt drosselten viele Autobauer deshalb ihre Produktion.

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Wie die FAZ zitierte, sprach Deutschland-Chefvolkswirt der Bank ING Carsten Brzeski  davon, dass“die heutigen Produktionsdaten ganz eindeutig das Risiko einer technischen Rezession erhöht haben“.

Stagnierende Auftragseingänge

Auch die am Montag veröffentlichten Auftragszahlen für die deutsche Industrie sind rückläufig: Das Neugeschäft schrumpfte im Vergleich zum Vormonat um ein Prozent. Der Rückgang fiel damit mehr als doppelt so stark aus wie erwartet.

Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe sieht den „Blick für die Industrie abwärts gerichtet“. „Denn angesichts der Probleme der Autoindustrie und der an Fahrt verlierenden Weltwirtschaft ist es fraglich, wo nachhaltige Wachstumsimpulse aktuell herkommen sollen.“ Das sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ähnlich: „Insbesondere die Sorgen um die Auslandsnachfrage nehmen zu - nicht zuletzt wegen der schwierigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“, sagte DIHK-Expertin Sophia Krietenbrink.

Auch Stefan Kipar von der BayernLB hat aufgrund der gestrigen Ergebnisse „keine große Hoffnung, dass eine dynamische Erholung unmittelbar bevorsteht“.

Kommt die Rezession denn nun?

Genau genommen spricht man in der Volkswirtschaftslehre von einer Rezession, wenn das Wirtschaftswachstum eines Landes in mindestens zwei aufeinander folgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen negativ ist. Im dritten Quartal 2018 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP)  - preis-, saison- und kalenderbereinigt - bereits um 0,2 % im Vergleich zum  Vorquartal gefallen. Fällt das Wirtschaftswachstum auch im vierten Quartal, herrscht in Deutschland wieder die Rezession. Klarheit darüber gibt es Mitte Februar, denn dann wird das Statistische Bundesamt Mitte Februar die offiziellen Zahlen veröffentlichen.

Eigene Darstellung: OnVista, Quelle: Statistisches Bundesamt

„Deutsche Wirtschaft bleibt auf solidem Wachstumskurs“Die Deutsche Bundesbank gibt sich bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung hoffnungsvoll. In ihrer letzten Bundesbank-Prognose erklärt das Kreditinstitut, dass „die deutsche Wirtschaft vorerst in der Hochkonjunktur bleiben dürfte. Daran wird auch der jüngste Dämpfer im dritten Quartal 2018, der zu einem erheblichen Teil mit den vorübergehenden Schwierigkeiten in der Automobilindustrie zusammenhing, nichts ändern.“ Die Experten der Bundesbank gehen weiterhin davon aus, „dass die damit verbundene Wachstumsdelle zügig überwunden wird.“

Auch die Bundesregierung geht weiterhin von steigenden Produktionszahlen aus: Für das Jahr 2019 rechnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit einem preisbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent.

Bleibt Draghi stark?

Ob sich eine drohende Rezession in Deutschland sogar auf die Europäische Währungsunion auswirken kann, bleibt offen. EZB-Präsident Mario Draghi sagte letzten Monat, dass die Euro-Wirtschaft genug Schwung habe, um eine Entscheidung zu rechtfertigen, keine weiteren monetären Impulse zu verwenden. Seit Januar kauft die Europäische Zentralbank nun keine Anleihen mehr auf. Ob Draghi diese Entscheidung beibehalten wird, wenn weitere schwache konjunkturelle Daten in der wichtigsten Wirtschaftsmacht der Eurozone folgen, wird sich zeigen. Nicht zuletzt hat zuletzt Jerome Powell angekündigt, sich in der Zinspolitik flexibel und geduldig zu zeigen.

OnVista mit dpa-AFX und Reuters

Foto: Naluenart Pimu / Shutterstock.com

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