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Schweinepest in Belgien alarmiert deutsche Mäster

Reuters

Berlin/Paris (Reuters) - Zwei Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Belgien nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt versetzen Mäster und Behörden in Alarmbereitschaft.

Schweinepest in Belgien alarmiert deutsche Mäster

"Den Ausbruch der Schweinepest dicht an der deutschen Grenze nehmen wir sehr ernst", erklärte die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast am Freitag. In Nordrhein-Westfalen kündigte ihre Kollegin Ursula Heinen-Esser die Einrichtung einer Sonderarbeitsgruppe zur Lagebeurteilung an. Bundesagrarministerin Julia Klöckner erklärte, die deutschen Behörden stünden im ständigen Austausch mit Belgien und der EU. Auch der Deutsche Bauernverband zeigte sich besorgt und rief die Schweinemäster dazu auf, noch mehr auf Hygiene zu achten.

Der Pesterreger wurde in zwei in der südbelgischen Gemeinde Etalle verendeten Wildschweinen nachgewiesen. Die Krankheit ist hochansteckend und stellt eine große Gefahr für die Schweinehaltung dar. Deutschland ist in der EU neben Dänemark, Frankreich und Spanien der größte Schweinefleisch-Produzent. Die EU ist nach China der weltweit größte Schweinefleisch-Hersteller.

Da der Nachweis der ASP Export-Verbote nach sich ziehen kann, fürchten Mäster einen Preisverfall wegen des dann folgenden Überangebotes im Heimatmarkt. Nach Angaben des Branchendienstes PIG-Report ist Deutschland der größte Schweinefleisch-Exporteur der Welt. Die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) geht jedoch nicht davon aus, dass der belgische Fall auf Deutschland durchschlagen wird. Zur Nagelprobe komme es aber erst am Mittwoch, denn dann werde der wöchentliche Orientierungspreis für Schweinefleisch in Deutschland festgelegt, sagte ISN-Sprecherin Jana Denecke. Die ISN vertritt nach eigenen Angaben rund 10.000 der 25.000 Schweinehalter in Deutschland. Die meisten Betriebe liegen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

FRANKREICH VERSTÄRKT ÜBERWACHUNGEN IN GRENZREGION

"Es ist zu früh, um vorherzusagen, ob der Ausbruch die Haltung oder die Handelspreise beeinflussen wird", sagte der Fach-Analyst der Rabobank, Justin Sherrard. Er halte die ASP-Fälle in China für gravierender. Dort wurde seit August bereits eine ganze Serie von Infektionen gemeldet. Paul Sundberg vom US-Informationszentrum Schweinegesundheit warnte allerdings, der Ausbruch in Belgien könne der ASP eine neue Dimension geben, da nun angenommen werden könnte, die Seuche habe die Ausmaße einer Pandemie erreicht.

Mit dem Nachweis in Belgien habe die ASP "einen sehr großen, überraschenden und beunruhigenden Sprung nach Westen gemacht", erklärte die niedersächsische Agrarministerin. Das französische Agrarministerium verfügte Jagd-Beschränkungen und verstärkte die Überwachung des Wildbestands in vier an Belgien grenzenden Regierungsbezirken. Bislang war die Seuche in osteuropäischen Ländern wie Polen, Tschechien oder Rumänien aufgetreten. Hunderttausende Hausschweine wurden in diesen Ländern bereits gekeult und entsorgt. Die hochansteckende Seuche wird vor allem über Wildschweine und kontaminierte Lebensmittel - etwa Würste - verbreitet.

Bundeslandwirtschaftminister Klöckner wies darauf hin, dass sie im Juni ein Gesetz auf den Weg gebracht habe, um den Maßnahmenkatalog gegen ASP auszuweiten. Dazu gehört etwa die Absperrung bestimmter Gebiete, Verkehrsbeschränkungen und die Ausweitung der Jagd auf Wildschweine.

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