SFC Energy will auch ein Stück vom Wasserstoff-Kuchen – Viele Analysten trauen dem Unternehmen das auch zu – so wird die Aktie bewertet

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SFC Energy will auch ein Stück vom Wasserstoff-Kuchen – Viele Analysten trauen dem Unternehmen das auch zu – so wird die Aktie bewertet

Das Thema Wasserstoff bewegt derzeit Politik und Wirtschaft. Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung – die Bedeutung umweltfreundlicher Energiequellen hat zuletzt gesellschaftlich und politisch zugenommen. Deutschland und die Europäische Union forcieren nun den Ausbau. Davon profitieren will das Unternehmen SFC Energy. Der Brennstoffzellenhersteller ist seit vergangenem Jahr auch im Geschäft mit dem Wasserstoff unterwegs. Was bei SFC los ist, was Analysten sagen und was die Aktie macht.

So ist die Lage des Unternehmens

SFC Energy wurde zunächst für seine Direktmethanol-Brennstoffzellen für stationäre und mobile Hybrid-Stromversorgungslösungen bekannt. Vor 20 Jahren gegründet, ist das Unternehmen im vergangenen Jahr auch in die Produktion von Wasserstoff-Brennstoffzellen eingestiegen. Insgesamt hat das Unternehmen bislang über 45 000 Brennstoffzellen verkauft. Die Verwendung ist breit gestreut. Die Brennstoffzellen kommen nicht nur im zuletzt stark wachsenden Energie- und Mobilitätsgeschäft zum Einsatz, zum Beispiel in der netzfernen Stromversorgung von Reisemobilen. Sondern auch in anderen Branchen wie der Öl- und Gasindustrie, im Rüstungsgeschäft, bei Industrieanwendungen oder als Notstromaggregate für kritische Infrastruktur.

SFC erhofft sich vom derzeitigen Hype um den Wasserstoff mittelfristig ein nachhaltiges Wachstum. Wasserstoff und zugehörige Technologien, wie die Brennstoffzelle, rückten verstärkt in den gesellschaftlichen Fokus und damit auch des politischen Handelns, erklärte das Unternehmen bei der Veröffentlichung seines Halbjahresberichts. SFC Energy verweist auf die nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung, die im Juni ein Förderprogramm für den Markthochlauf sowie für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgelegt hat. Dazu gibt es Anreize, um etwa von konventionellen Verfahren der Energieerzeugung auf nachhaltigere Alternativen wie die Brennstoffzellen-Technologie umzusteigen.

In der Sparte Clean Energy & Mobility konnte SFC etwa wegen der steigenden Nachfrage im ersten Halbjahr ein starkes Wachstum erzielen – so legten die Erlöse um rund 70 Prozent auf gut 9,4 Millionen Euro zu. Allerdings macht die Corona-Pandemie auch SFC zu schaffen – der Ölpreisverfall und die daraus folgende Investitionszurückhaltung der Kunden belasteten das Unternehmen. Auch bei Industrieanwendungen führten die Verschiebung von Aufträgen zu Rückgängen. So sanken die Erlöse in den ersten sechs Monaten im Konzern von 31 auf 27,7 Millionen Euro. Unter dem Strich verzeichnete SFC mit 4,3 Millionen Euro einen fast doppelt so hohen Verlust wie im Vorjahreszeitraum. Dabei schreibt der Konzern seit Jahren nach Steuern rote Zahlen.

Eine Prognose für das laufende Jahr gibt es angesichts der Corona-Pandemie nicht, das SFC-Management stellt sich jedoch auf Umsatzerlöse sowie eine Profitabilität deutlich unter dem Vorjahresniveau ein. Mittelfristig zeigt sich SFC wegen des steigenden Fokus auf alternative Stromlösungen optimistisch – das Wachstumspotenzial habe sich deutlich verbessert, so das Unternehmen.

So sehen die Analysten die Aktie

Die Experten von Warburg Research haben die Aktie von SFC Mitte September auf „Kaufen“ heraufgestuft. Sie trauen dem Unternehmen mittelfristig ein höheres Wachstum zu. Die europaweite Forcierung von Wasserstoff-basierten grünen Technologien dürfte das Umfeld für Brennstoffzellen allgemein verbessern, schrieb Malte Schaumann in einer Studie. SFC selbst will mittelfristig einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erreichen, die zuletzt bestätigte Prognose war jedoch vor der Ankündigung der neuen Wasserstoff-Initiative der Bundesregierung veröffentlicht worden. Daher traut der Analyst SFC nun mehr zu und hält Erlöse von rund 150 Millionen Euro 2025 für möglich.

Die Profitabilität von SFC dürfte sich Schaumann zufolge in den kommenden Jahren deutlich verbessern. So habe das Geschäft mit den Brennstoffzellen deutlich höhere Renditen als etwa der Bereich mit anderen Energielösungen des Unternehmens, etwa Stromverteilung oder -Speicher. So kämen die Brennstoffzellen auf eine Bruttomarge von mehr als 40 Prozent, das restliche Geschäft erzielt dabei derzeit rund 30 Prozent. Der Kostenanstieg sollte künftig deutlich geringer ausfallen, so dass SFC ab 2023 auf eine zweistellige bereinigte operative Marge (Ebit) erzielen dürfte, die 2025 rund 15 Prozent erreichen könnte.

Das Analysehaus Metzler hat Mitte Juli SFC in ihre Liste aufgenommen. Alexander Neuberger sieht dabei im Geschäft mit Brennstoffzellen einen integralen Bestandteil für dezentrale Energielösungen. Er verweist dabei auf die deutsche Wasserstoff-Initiative und die damit verbundenen milliardenschweren Investitionsanreize, die für SFC eine große Chance darstellten. Ein Fokus auf stabile Wachstumstrends wie die Bereiche Verteidigung und erneuerbare Energien dürfte dem Unternehmen künftig auskömmliche Renditen ermöglichen.

Mit „Reduce“ hat dagegen die Commerzbank die Aktie eingestuft. Sie verwies auf das schwache zweite Quartal, bei dem lediglich das Wachstum der Energie- und Mobilitätssparte die Folgen der Corona-Pandemie abgemildert habe. Dabei habe die Sparte stärker abgeschnitten als erwartet. Die Analysten verwiesen jedoch auf den im dritten Quartal erwarteten anhaltenden Gegenwind durch Corona für den Rest der Gruppe. SFC habe dabei Hoffnungen auf eine mögliche Erholung der Industrie im Schlussquartal gemacht, jedoch weiter keine Prognose abgegeben.

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So läuft die Aktie

Die Papiere haben in diesem Jahr zunächst eine Achterbahnfahrt hingelegt. Fielen sie im März bei 7 Euro auf ein Tief seit über einem Jahr, ging es im Sommer wieder deutlich bergauf, nachdem das Unternehmen von Anlegern als möglicher Profiteur der Wasserstoff-Initiative der Bundesregierung ausgemacht wurde. Ihr Hoch erreichte die Aktie denn auch Anfang Juli mit 18 Euro. Danach bröckelte der Kurs jedoch wieder ab. Derzeit notiert das Papier bei mehr als 14 Euro. Warburg-Analyst Schaumann hat ein Kursziel von 18 Euro ausgelobt – bei der Commerzbank ist man dagegen kritischer und sieht das Kursziel bei 9 Euro.

Im laufenden Jahr gehört die Aktie mit einem Plus von rund 45 Prozent zu den Gewinnern. Längerfristig betrachtet haben Aktionäre sogar einen noch besseren Schnitt gemacht. In drei Jahren hat die Aktie um mehr als 200 Prozent zugelegt. Die Volatilität ist jedoch hoch. Dabei gehört SFC weiter zu den kleinen Werten. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 180 Millionen Euro.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Anusorn Nakdee / Shutterstock.com

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